Stand: 06.10.2017 21:53 Uhr

Im Ausnahmefall Abschuss von Wolfs-Rudel möglich

Kurz vor der vorgezogenen Landtagswahl in Niedersachsen nimmt Rot-Grün beim Streitthema Wolf noch einmal ausdrücklich Stellung zum zukünftigen Wolfsmanagement im Land. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) erklärten am Donnerstag, dass in absoluten Ausnahmefällen in Zukunft auch ein ganzes "Problemrudel" entnommen, sprich: abgeschossen, werden könnte. Das sei das Ergebnis einer Beratung mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Der Artenschutz lasse dies in Ausnahmefällen zu. Allerdings sei es Bedingung, dass die Tiere nachweisbar gelernt hätten, Schutzzäune von Nutztierhaltern zu überspringen und dies auch regelmäßig tun. Über das konkrete Vorgehen aber auch künftig weiter im Einzelfall entschieden. Eine grundsätzliche Richtungsänderung im Wolfsmanagement stehe nicht zur Debatte: "Es gibt keine Zäsur", so Weil.

Umweltministerin Barbara Hendricks und Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil stehen vor der Presse. © NDR

Jagd auf den Wolf bleibt verboten

Niedersachsen 18.00 Uhr -

Umweltministerin Hendricks und Ministerpräsident Weil einigten sich heute auf Eckpunkte. Danach sind weiterhin die Schäfer in der Pflicht, ihre Zäune aufzurüsten.

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Keine Änderung im Jagdrecht

Auch eine Obergrenze für eine Zahl an Wölfen, ab der es in einer Region das Recht zur Reduzierung des Bestands gebe, werde es weiterhin nicht geben, betonte Hendricks. Die Zahl der Wölfe in der Lüneburger Heide sei zudem nicht zu hoch, die Art sei weiter in ihrem Bestand als gefährdet anzusehen. Der Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht erteilten die drei Minister bei ihrem Treffen in Hannover eine Absage. Über den richtigen Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation in Niedersachsen wird seit Jahren gestritten: Die CDU im Land will den Wolf in bestimmten Regionen zur Jagd freigeben, auch die FDP fordert, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Die Grünen halten bislang dagegen.

Insgesamt 140 Tiere im Land

Weidetierhalter und die CDU fordern schon lange eine durch Abschüsse geregelte Obergrenze für Wölfe. Seit 2008, als sich die ersten Wölfe nahe Lüneburg ansiedelten, wurden 669 Nutztiere gerissen. Elf Rudel haben sich nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) in Niedersachsen angesiedelt. Die Landesjägerschaft geht derzeit von rund 140 Wölfen im Land aus.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 Uhr | 28.09.2017 | 18:00 Uhr

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