Stand: 04.08.2017 10:58 Uhr

Hochwasserhilfe: Land gibt 25 Millionen Euro

Niedersachsens Landesregierung stellt 25 Millionen Euro für die Geschädigten des Hochwassers der vergangenen Woche in einigen Regionen des Landes bereit. Das hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag mitgeteilt. Zuvor hatte Rot-Grün den Entwurf für den Nachtragshaushalt 2017 auf den Weg gebracht. Der Haushaltsausschuss könnte diesen in der kommenden Woche beraten, der Landtag den Nachtragshaushalt in zwei Wochen beschließen. Somit wäre es möglich, schnell Mittel aus der Soforthilfe an Hochwasseropfer zu zahlen, hieß es.

Ein mit Wasser vollgelaufener Keller.

Nach dem Hochwasser: Finanzhilfen beschlossen

Hallo Niedersachsen -

Das Hochwasser hat in vielen Teilen Niedersachsens erhebliche Schäden angerichtet. Die Landesregierung hat nun ein 25 Millionen Euro Hilfspaket geschnürt.

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Pauschale bis zu 500 Euro

"Bei Bedarf des täglichen Lebens soll es schnell und unbürokratisch Hilfe geben", sagte Weil, der Zahlungen noch während des Hochwassers in Aussicht gestellt hatte. Um die Schäden im Land zu sichten und zu bewerten, wurde am Freitag ein ressortübergreifender Arbeitsstab unter Leitung des Umweltministeriums eingerichtet. Vorgesehen ist, dass Geschädigte die Soforthilfe über ein Formular beantragt können. Eine Vorlage wird derzeit erstellt. Das Formular soll demnächst über die Internetseite des Umweltministeriums abrufbar sein, wie Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) sagte. Die Soforthilfe macht 9 der 25 Millionen Euro aus. Dem Umweltminister zufolge sollen Erwachsene eine Pauschale von bis zu 500 Euro erhalten, Kinder eine von bis zu 250 Euro. Von dem Geld können etwa neue Möbel und Kleidung gekauft oder vom Wasser zerstörte Geräte ersetzt werden.

Land zahlt Katastrophenfälle

Eine Million Euro fließt in die entstandenen Kosten durch den Katastrophenfall. Gleich zwei Landkreise, Goslar am Mittwoch und Wolfenbüttel am Donnerstag, hatten wegen des starken Hochwassers Katastrophenalarm ausgerufen. Der eingesetzte Schutzstab übernahm damit die Gesamtverantwortung für alle dortigen Einsätze. Das Land trägt nun die Kosten dafür.

Mindestens 2,5 Millionen Euro an Goslars Infrastruktur

Das restliche Geld, also 15 Millionen Euro, soll in den Hochwasserschutz investiert werden. Empfänger sind dabei die Kommunen. Einige Kommunen hatten schon vorher Geld vom Land gefordert: "Wir benötigen unbedingt ganz konkrete Hilfen des Landes", hatte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) bereits während der Flut gesagt. Er schätzt die Schäden in der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt auf 2,5 Millionen Euro - allein an Straßen, Wegen, Brücken und im Stadtwald. Finanzielle Hilfe hatte auch der Landkreis Hildesheim gefordert. Dort werden die Schäden auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Umweltdezernent: Mehr Anstrengungen vom Land

Hildesheims Kreisumweltdezernent Helfried Basse fordert aber weitere Anstrengungen vom Land: Es müsste auch direkte Mittel für den Wiederaufbau von Wohngebäuden und die Instandsetzung zerstörter öffentlicher Infrastruktur geben. Alleine in den vom Hochwasser der Innerste - die sich ihren Weg aus dem Harz kommend bahnte - besonders heimgesuchten Gemeinden Holle und Bad Salzdetfurth seien Tausende Haushalte betroffen, sagte Basse. Vermutlich müssten zahlreiche Gebäude abgerissen werden.


04.08.2017 10:59 Uhr

In einer früheren Version des Artikels berichteten wir, dass vom Hochwasser betroffenen Kindern eine Pauschale von 300 Euro zusteht. Tatsächlich sind es aber 250 Euro. Danke für den Hinweis, wir bitten um Entschuldigung.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.08.2017 | 13:00 Uhr

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