Stand: 06.03.2016 17:55 Uhr

Endlager: "Kein Ort ist ausgeschlossen"

Die schon häufig beschworene Ergebnisoffenheit bei der Suche nach einem Endlager-Standort für Atommüll hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Sonntag noch einmal bekräftigt. "Wir gehen von einer weißen Landkarte aus", sagte Hendricks dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". "Keine Region ist vorherbestimmt und kein Ort ausgeschlossen." Auch ein Standort in Niedersachsen ist demnach also durchaus denkbar.

Gorleben wird vorerst nicht weiter untersucht

Atomkraftgegner haben in der Vergangenheit immer wieder die Sorge geäußert, dass es bereits eine Vorfestlegung auf den Salzstock Gorleben im Landkreis Lüchow-Dannenberg gibt. Bundesregierung und Bundestag hatten im vergangenen Jahr beschlossen, den Salzstock vorerst nicht weiter auf seine Endlager-Eignung zu untersuchen - dennoch ist Gorleben bislang der einzige potenzielle Endlager-Standort, der konkret benannt worden ist.

Endlager geht frühestens 2050 in Betrieb

Sicher ist zurzeit wohl nur eines: Bis die Entscheidung fällt, werden noch Jahre vergehen. Mitte 2016 wird die Endlager-Kommission Hendricks zufolge zwar Empfehlungen für die Endlager-Suche geben, das Auswahlverfahren soll aber erst 2031 abgeschlossen sein. Sie sei zuversichtlich, die Inbetriebnahme eines Endlagers in Deutschland noch zu erleben, sagte Hendricks. Frühestens 2050 soll es so weit sein. "Wenn alles gut geht, bin ich dann 98", so die Ministerin.

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