Stand: 02.10.2017 14:34 Uhr

Heiligenstadt: 650 neue Pädagogen für Inklusion

Für eine bessere Umsetzung der bei den Parteien nicht unumstrittenen Inklusion will das Land Niedersachsen 650 weitere Sonderpädagogen an allgemeinbildenden Schulen und Förderschulen einstellen. Aufgeteilt werden sollen die Vollzeitstellen auf rund 840 Schulen im ganzen Land. Das kündigte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Montag an. "Die Bewerbungslage ist ausgesprochen positiv, so dass wir voraussichtlich alle Stellen bis Ende Oktober besetzen können", sagte die Politikerin weiter.

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Arbeiten in "multiprofessionellen Teams"

Laut Kultusministerium sind an niedersächsischen Schulen bereits rund 1.100 Sonderpädagogen im Einsatz - darunter Logopäden, Ergotherapeuten, Heilpädagogen, Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Sie übernehmen die Unterrichtsbegleitung und Unterstützung der inklusiven Bildung und bilden gemeinsam mit den Lehrern "multiprofessionelle Teams, die die sonderpädagogische Förderung erfolgreich planen, durchführen und begleiten", so das Ressort von Heiligenstadt.

Ministerin setzt auf Entfristung aller Stellen

180 Stellen der neuen 650 seien unbefristet, wobei sich die Ministerin auch für die Entfristung der übrigen 470 Stellen einsetze, hieß es. "Die Schulen brauchen kontinuierlich Unterstützung und die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen eine sichere Perspektive", so Heiligenstadt. Deshalb seien Entfristungen notwendig. "Dafür setze ich mich im nächsten Haushaltsaufstellungsverfahren ein."

Inklusion - Thema im Wahlkampf

Bildung und Inklusion sind in der heißen Phase des Wahlkampfs vor der Landtagswahl am 15. Oktober Themen bei den Parteien. SPD, Grüne und Linke setzen dabei auf das gemeinsame Lernen aller Kinder. CDU und FDP wollen Wahlfreiheit für die Eltern der Kinder und Förderschulen parallel zum Inklusions-Modell erhalten. Am Sonntag äußerte sich CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann dazu im NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. Seine Partei will die Inklusion für ein Jahr aussetzen. Er sprach von einer "Atempause". Die Inklusion im Land müsse analysiert werden, um diese dann sinnvoll fortzusetzen. Die AfD will Förderschulen wieder zum Regelfall machen und Inklusion an allgemeinen Schulen nur in Ausnahmen erlauben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 02.10.2017 | 14:30 Uhr

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