Stand: 04.03.2016 11:56 Uhr

Müllabfuhr per Notruf 112 bestellt

Der Notruf 112: Jedes Kind weiß, dass im Notfall unter dieser Nummer Feuerwehr und Rettungsdienst schnelle Hilfe leisten. Doch was ein Notfall ist, das scheint ein dehnbarer Begriff zu sein. Denn immer häufiger melden sich die Niedersachsen auch mit völlig unsinnigen Anliegen beim Notruf. Zum Beispiel: Die Müllabfuhr ist schon durch, aber die eigenen Tonnen wurden nicht mitgenommen. Oder: Beim Ausladen aus dem Kofferraum ist ein Farbeimer umgekippt und jetzt klebt literweise Farbe auf der Auffahrt.

Hintergrund: Die Feuerwehr im Einsatz

"Leute werden immer unselbstständiger"

Beides wohl kaum ein Fall für Feuerwehr oder Krankenwagen. Aber Beispiele für Anrufe, die in der Großleitstelle Oldenburg auflaufen, zuständig für die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Oldenburg und Wesermarsch. Mehr als die Hälfte der dortigen 200.000 Anrufe im vergangenen Jahr wären eigentlich nichts für den Notruf gewesen, darunter die extremen Beispiele von Müllabfuhr und Farbeimer. Diesen Trend bestätigt Frank Pohl, Lagedienstführer in der Leitstelle für die Stadt Braunschweig und die Landkreise Peine und Wolfenbüttel. Die Leute würden immer unselbstständiger, sagt Pohl, vor allem in den Städten. Da werde sogar bei Problemen mit dem Handy schon mal der Notruf gewählt. In solchen Fällen helfe nur Gelassenheit. Sonst heiße es in den sozialen Medien schnell: "Die haben mich im Stich gelassen."

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Leitstelle Süntel: Notrufe im Minutentakt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.03.2016 | 16:00 Uhr