Stand: 11.01.2017 18:29 Uhr

Geschafft: Seemine im Watt gesprengt

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Die Seemine war am Dienstag vor Norderney entdeckt worden.

In der Jademündung bei Wilhelmshaven ist am Mittwoch gegen 17.20 Uhr die in der Nordsee entdeckte Seemine kontrolliert gesprengt worden. Das Havariekommando in Cuxhaven teilte mit, die Sprengung sei nach ersten Erkenntnissen ohne Zwischenfälle verlaufen. Am Dienstag hatte die Besatzung eines Sicherheitsfahrzeugs des Windparks "Godewind 2" die Mine etwa 30 Kilometer von Norderney entfernt im Wasser treiben sehen.

Meeressäuger vor der Detonation vertrieben

Das Arbeitsschiff "Schillig" legte die Mine bereits am Mittwochmittag im Flachwasserbereich ab, wie das Havariekommando mitteilte. Mit einsetzender Ebbe lag die Seemine dann im trockenen Watt, wo sie schließlich vom Kampfmittelräumdienst unschädlich gemacht werden konnte. Die Sprengung wurde mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer abgesprochen, so das Havariekommando. Vor der Explosion setzten Kampfmittelexperten akustische Signale ein, um Tiere aus der Umgebung zu vertreiben. Dadurch sollten Meeressäuger wie Schweinswale und Seehunde geschützt werden. Diese reagieren besonders empfindlich auf Unterwasserlärm.

Wichtige Faktoren: Wellen und Wetter

Wegen des Wellengangs habe die Mine am Dienstag nicht auf See gesprengt werden können, sagte der Sprecher. Da es am Mittwoch noch stürmischer werden sollte, war die Mine vom Mehrzweckschiff "Mellum" in ruhigere Gewässer geschleppt worden. Zudem musste die Sprengladung an der Seite der Mine angebracht werden, die unter Wasser lag. Das könne besser im Trockenen gemacht werden, sagte der Havariekommando-Sprecher im Vorfeld der Sprengung.

Ankertaumine aus dem Zweiten Weltkrieg

Laut Experten handelte es sich bei der Mine um eine deutsche Ankertaumine aus dem Zweiten Weltkrieg, deren Sprengkraft 150 bis 250 Kilogramm betrug. Normalerweise sind diese Minen durch einen Anker am Meeresboden befestigt. Da das Material über die Jahrzehnte korrodiere, sei es nicht ungewöhnlich, dass sie sich von ihren Ketten lösen und an die Wasseroberfläche treiben, so der Sprecher des Havariekommandos.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 11.01.2017 | 17:00 Uhr

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