Stand: 19.11.2017 13:44 Uhr

Flexiblere Einschulung, flexiblere Inklusion

Starre Stichtage für Einschulungen soll es in Niedersachsen künftig nicht mehr geben. Schulen und Eltern hätten dann mehr Entscheidungsspielraum, ob ein Kind in die Schule komme oder noch ein Jahr im Kindergarten beziehungsweise zu Hause bleibe, sagte der designierte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Der Einschulungsstichtag ist im Laufe der Jahre so nach hinten verlegt worden, dass die Kinder bei der Einschulung immer jünger geworden sind", so Tonne. "Das ist für einige gut, für andere aber schlecht." Ein fünfjähriges Kind sei eben nicht immer so weit wie ein anderes Kind im gleichen Alter. Mit der neuen Regelung reagierten SPD und CDU auf eine Petition von fast 20.000 Unterzeichnern, die sich gegen die starren Stichtage wendete, so der 41-Jährige. In den vergangenen Jahren war der Stichtag in drei Schritten vom 30. Juni auf den 30. September verschoben worden. Dadurch wurden immer jüngere Kinder eingeschult.

"Inklusion wird nicht verlangsamt"

Weiter sagte Tonne, dass die Inklusion an Schulen weiter vorangetrieben werde. Doch auch hier können Schulträger flexibel bleiben und die Förderschulen Lernen für vier Jahre weiter betreiben. Aber: Jedes Kind, das inklusiv beschult werden möchte, werde auch inklusiv beschult, so der SPD-Politiker weiter. "Alles, was wir verhandelt haben, heißt nicht, dass Inklusion ausgesetzt oder verlangsamt wird." Mit der Regelung trügen die Koalitionäre jedoch der unterschiedlichen Entwicklung in den Regionen Rechnung. Die CDU hatte vor der Landtagswahl angekündigt, die Inklusion für ein Jahr aussetzen zu wollen, die SPD hatte ein Abrücken von der Inklusion ausgeschlossen.

Lehrerberuf soll attraktiver werden

Auch bei der Lehrerbesoldung haben sich SPD und CDU geeinigt. Ein erster Schritt sei die Anhebung der Besoldungsstufe für Grundschulleiter an kleinen Grundschulen. Zudem kündigt der künftige Kultusminister an, die Lehrer insgesamt zu entlasten. "Alle Seiten haben Recht, wenn sie darauf hinweisen, dass unsere Lehrkräfte eine hohe Arbeitsbelastung haben." Man müsse überprüfen, was getan werden könne, um zu einer Entlastung zu kommen. Der Lehrerberuf solle wieder attraktiver werden, auch um die geplanten 1.000 neuen Stellen besetzen zu können.

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Der Koalitionsvertrag zum Download

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.11.2017 | 07:00 Uhr

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