Stand: 14.08.2017 19:30 Uhr

Fipronil-Skandal: Meyer wehrt sich gegen Vorwürfe

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hat am Sonntag Vorwürfe von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) im Fipronil-Skandal um belastete Eier zurückgewiesen. Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) berichten (Montagausgabe), verweist Schmidt in einem Brief an Meyer auf einen Untersuchungsbericht des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Demnach wurde eine Probe in einem betroffenen Legehennenbetrieb bereits am 17. Mai genommen, der Bund sei aber erst in der vergangenen Woche informiert worden. Das werfe die Frage auf, "ob es in Ihrem Verantwortungsbereich weitere Proben gibt, die weiter zurückreichen und nicht weitergegeben wurden", schreibt der Bundesminister in dem Brief, der dem RND vorliegt. Der CSU-Politiker forderte von dem Grünen-Politiker "zeitnahe Erläuterungen".

Meyer spricht von Ablenkungsmanöver

Der niedersächsische Minister sagte dazu am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur: "Die Probenergebnisse stammen von Anfang August, nicht vom Mai, und wurden dem Bund umgehend gemeldet." Bei der Probe, die Fipronil aufwies, handele es sich um eine sogenannte Rückstandskontrollprobe. Der Betrieb in der Grafschaft Bentheim, der das Desinfektionsmittel aus den Niederlanden eingesetzt hatte, sei bereits im Mai routinemäßig unter anderem auf Dioxin und Salmonellen kontrolliert worden. Nach Bekanntwerden des Fipronil-Skandals sei den LAVES-Mitarbeitern aufgefallen, dass noch ältere Eier des betroffenen Betriebs in der Behörde waren. Diese seien nachträglich auf das Insektizid untersucht worden. Schmidts Brief erklärte sich Meyer folgendermaßen: "Er versucht von seinem eigenen Versagen im Fipronil-Skandal abzulenken." Der niedersächsische Agrarminister hatte in der Vergangenheit mehrfach den Bund aufgefordert, in der Krise konsequenter zu handeln.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.08.2017 | 16:00 Uhr