Stand: 14.02.2016 17:40 Uhr

Es kommen weniger Flüchtlinge nach Niedersachsen

Die Zahl der neu angekommenen Flüchtlinge in Niedersachsen hat sich in den vergangenen Wochen spürbar verringert. Kamen im Herbst noch bis zu 1.900 Asylsuchende täglich in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Bramsche, Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück an, so sind es nach Angaben des Innenministeriums seit Jahresbeginn im Tagesschnitt 387 Personen. Insgesamt seien von allen 28.300 Plätzen in den landeseigenen Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften 23.000 belegt - das sind 81 Prozent.

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Noch vor wenigen Monaten waren laut Innenministerium 38.000 Asylbewerber in den landeseigenen Unterkünften untergebracht - also 15.000 mehr als derzeit. So seien die Bedingungen in den Einrichtungen im Vergleich zum Herbst momentan auch "sehr gut". Ob in Niedersachsen - wie in anderen Bundesländern - weitere Kapazitäten geschaffen werden sollen, werde zu gegebener Zeit entschieden. Für Niedersachsen stelle sich diese Frage erst dann, "wenn die Zugangszahlen wieder steigen oder - was nicht zu erwarten ist - stagnieren oder abnehmen. So oder so ist das Land auf beide Fälle eingestellt", sagte Ministeriumssprecher Matthias Eichler NDR.de.

Hamburg und Schleswig-Holstein schaffen zusätzliche Plätze

In Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ist laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" (WamS) die Kapazitätsgrenze fast erreicht, Schleswig-Holsteins Einrichtungen hingegen sind demnach nur knapp zur Hälfte ausgelastet. Bei der Frage nach der künftigen Auslastung wollen die Länder anders als Niedersachsen schon jetzt vorsorgen. So will Schleswig-Holstein laut WamS die Kapazität in diesem Jahr von 12.000 auf mehr als 20.000 landeseigene Plätze erhöhen. "Damit soll Vorsorge getroffen werden, um einem ähnlich starken Flüchtlingszugang wie 2015 gewachsen zu sein", erklärte das Innenministerium in Kiel. Auch Hamburg wolle zusätzliche Plätze einrichten.

Anm. d. Red.: In einer vorherigen Version dieses Artikels war fälschlicherweise von durchschnittlich 287 Flüchtlingen pro Tag die Rede, die nach Niedersachsen kommen. Die korrekte Zahl ist 387.

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