Stand: 09.03.2016 19:43 Uhr

Erste Tarifrunde der Metaller bleibt ohne Ergebnis

Ohne eine Annäherung geschweige denn Ergebnisse ist am Mittwoch in Hannover die erste Tarifrunde der Metallindustrie zuende gegangen. Die Gewerkschaft IG Metall und die Arbeitgeber brachen die Gespräche nach anderthalb Stunden ab und vertagten sich auf den 13. April. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Arbeitgeber lehnen die Forderung als völlig überzogen ab. Bundesweit arbeiten 3,8 Millionen Menschen in der Branche, in Niedersachsen sind es 85.000.

Startschuss für die Tarifrunde der Metaller

IG Metall: Ertragssituation auf hohem Niveau

IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine warf den Arbeitgebern vor, die wirtschaftliche Situation in unverantwortlicher Weise schlecht zu reden. Der Großteil der Betriebe rechne mit einer stabilen Entwicklung. Sowohl die Ertragssituation als auch die Beschäftigung seien auf hohem Niveau. Meine forderte die Arbeitgeber auf, in der zweiten Verhandlungsrunde am 13. April ein Angebot zu unterbreiten.

Arbeitgeber sehen nur "Scheinaufschwung"

Die Metallarbeitgeber hingegen sprechen von einem "Scheinaufschwung", der auf schwachen Euro- und Ölkursen sowie niedrigen Zinsen beruhe. Die Unsicherheit auf nahezu allen Exportmärkten nehme außerdem stetig zu, sagte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen Metall, Volker Schmidt. "In dieser Lage fünf Prozent zu fordern, ist organisierte Verantwortungslosigkeit", betonte Schmidt, der die Gewerkschaft ermahnte, ihre Forderung zu überdenken.

Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende März aus, Warnstreiks sind vom 29. April an möglich.

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Stehen in der Metallbranche Jobs auf dem Spiel?

Laut NiedersachsenMetall plant rund ein Drittel der Betriebe der Branche, Stellen nicht neu zu besetzen oder sogar zu streichen. Die IG Metall hält diese Angaben für übertrieben. (05.02.2016) mehr