Stand: 14.07.2017 13:57 Uhr

Erdgasförderer wegen Fracking-Verbot besorgt

Den Erdgasförderern in Deutschland bereitet das gesetzlich verordnete Frackingverbot im Schiefergestein Sorge. Nach Einschätzung der Branche sinke durch die Beschränkung die Erdgasförderung jährlich um zehn Prozent. Theoretisch reichten die Reserven im Boden für 30 Jahre Vollversorgung, sagte Ritva Westendorf-Lahouse, Sprecherin von ExxonMobil. Es gehe aber nicht ohne Schiefergas, also Fracking in sogenannten unkonventionellen Lagerstätten wie Schiefergestein.

Fördermenge sinkt immer weiter

Aus Sicht von Westendorf-Lahouse wäre der Weg in die vollständige Abhängigkeit von Importen vorgezeichnet, wenn man sich auf vorhandene Bohrungen und konventionelles Fracking, also in tiefen Sandsteinschichten, verlasse. Die heimische Förderung sinkt seit Jahren: 2016 holten die Unternehmen noch 7,9 Milliarden Kubikmeter Gas aus dem Boden, ein Jahr zuvor waren es 8,6 Milliarden Kubikmeter, 2006 sogar noch 20 Milliarden Kubikmeter.

Bleibt unkonventionelles Fracking verboten?

Die derzeitige gesetzliche Regelung untersagt das Fracking in unkonventionellen Lagerstätten. Zu wissenschaftlichen Zwecken darf es in Deutschland Probebohrungen geben, um die Folgen für die Natur zu erkunden - aber nur, wenn die betroffenen Bundesländer zustimmen. Kritiker werten das als eine Hintertür, um diese Fracking-Art doch noch zuzulassen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hatte in der Vergangenheit allerdings immer wieder betont: "Fracking in unkonventionellen Lagerstätten schließen wir aus." Rund 95 Prozent der deutschen Erdgasvorkommen befinden sich in Niedersachsen.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 Uhr | 02.03.2017 | 18:00 Uhr

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