Stand: 12.11.2015 19:09 Uhr

EU-Darlehen hilft Kommunen beim Internet-Ausbau

Wer in ländlichen Regionen in Niedersachsen lebt, kennt das Problem: Das Internet ist langsam. Für Privatpersonen zu langsam, um einen Film zu schauen, für Firmen zu langsam, wichtige Geschäfte auf dem digitalen Weg abzuwickeln. Etwa ein Drittel aller Haushalte im Land ist noch immer nicht gut genug vernetzt. Das soll sich bald ändern. In den kommenden vier bis fünf Jahren soll die Anbindung ans schnelle Internet durch ein neuen EU-Darlehensprogramm beschleunigt werden. Über das von der Europäischen Investitionsbank finanzierte Programm der landeseigenen NBank können zunächst Kredite in Höhe von 150 Millionen Euro an die Landkreise vergeben werden, erklärte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Donnerstag. Kein schnelles Internet sei ein K.o.-Kriterium für Unternehmen, so der Politiker weiter.

Förderung bis zu einer halben Milliarde Euro

"Das Darlehen ist ein Baustein, dazu gibt es noch Zuschüsse aus Bundes- und Landesmitteln", sagte der NBank-Vorsitzende Michael Kiesewetter. Später könnte das Darlehensprogramm bei Bedarf auf bis zu eine halbe Milliarde Euro aufgestockt werden. Es ermöglicht die Finanzierung von Breitbandnetzen, die den Landkreisen gehören. Bei der Förderung geht es um dünn besiedelte Regionen, die von Telekommunikationsunternehmen als nicht profitabel gesehen werden.

Bis 2020 sollen alle Haushalte am schnelle Netz sein

Der Breitbandausbau gilt als eines der wichtigsten strukturpolitischen Vorhaben der rot-grünen Landesregierung. Damit möglichst viele Menschen im Land einen Zugang zum schnellen Internet bekommen, will das Land in der kommenden Jahren mehr als 120 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Hinzu kommen laut Wirtschaftsministerium etwa 200 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm. Bis spätestens zum Jahr 2020 sollen möglichst alle Haushalte in Niedersachsen an einen schnellen Internetzugang angeschlossen sein. Die Landesregierung bevorzugt dabei Lösungen, bei den die Landkreise eigene Glasfasernetze aufbauen. Und diese danach an Betreiber vermieten. "Jetzt kommt es darauf an, wie zügig die Umsetzung geschehen kann", sagte Wirtschaftsminister Lies.