Stand: 04.08.2017 15:00 Uhr

Bernd Althusmann: Bald mehr als Spitzenkandidat?

Mitte 2016 ist Bernd Althusmann aus Afrika zurückgekehrt, mittlerweile ist er die große Hoffnung der niedersächsischen CDU. Der 50-Jährige sollte eigentlich erst bei der Landtagswahl 2018 gegen Amtsinhaber Stephan Weil (SPD) in den Ring steigen - doch nach den jüngsten Entwicklungen im Niedersächsischen Landtag und dem Übertritt von Elke Twesten von den Grünen zur CDU rückt das angestrebte Amt plötzlich ein Stück näher für Althusmann, der auch Landesvorsitzender der Christdemokraten in Niedersachsen ist.

Von der Bundeswehr bis ins Kultusministerium

Seit seiner Rückkehr nach Deutschland ist Althusmann nach eigenen Angaben als Personalberater tätig. Davor arbeitete er mehr als zwei Jahre für die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung in Namibia. Der Pastorensohn wurde in Oldenburg geboren und ging in Lüneburg aufs Gymnasium. Er entschied sich zunächst für eine Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr und studierte danach Pädagogik. Von 1994 bis 2009 war Althusmann zunächst Abgeordneter im Landtag in Hannover. Anschließend rückte er als Staatssekretär ins Kultusministerium auf. Der damalige CDU-Ministerpräsident Christian Wulff machte ihn schließlich 2010 zum Minister. In seiner Amtszeit trieb Althusmann die Umstellung auf das sogenannte Turbo-Abi. Die Neuerung, Hochschulreife nach zwölf Jahren, wurde allerdings nach viel Kritik in Niedersachsen mittlerweile revidiert. Bei der Landtagswahl 2013 verlor Althusmann sein Mandat im Parlament.

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Unterstützung von Busemann und McAllister

Für Althusmann als Spitzenkandidat hatte sich unter anderem Landtagspräsident Bernd Busemann ausgesprochen, der ebenfalls als Weil-Herausforderer gehandelt wurde. Von Althusmann als Landesparteichef erhoffen sich die Christdemokraten zudem mehr Schlagkraft - auch für den Wahlkampf. Der jetzige Inhaber dieses Postens, Ex-Ministerpräsident David McAllister, sitzt seit Mai 2014 im Europaparlament. Der ehemalige Ministerpräsident sagte bei der Nominierung: "Bernd Althusmann ist unserer Meinung nach der beste Spitzenkandidat, um die CDU in Niedersachsen wieder in die Regierungsverantwortung zu führen."

Althusmann hatte 2011 für Schlagzeilen gesorgt, als Zweifel an seiner Doktorarbeit aufkamen. Die Universität Potsdam prüfte daraufhin das Werk, der Doktortitel wurde ihm trotz einer Vielzahl formaler Mängel aber nicht aberkannt.

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Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 26.11.2016 | 08:00 Uhr

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