Stand: 14.09.2017 08:28 Uhr

Bahnstrecken nach Sturmtief wieder frei

Nach dem ersten schweren Herbststurm hat sich der Bahnverkehr in Niedersachsen weitgehend normalisiert. Die Strecke Hamburg-Buchholz-Rotenburg-Bremen ist wieder freigegeben, wie das Unternehmen Metronom am Donnerstagvormittag mitteilte. Es könne allerdings noch zu leichten Verspätungen kommen. Ähnlich sieht bei den Verbindungen der Deutschen Bahn aus: Die Strecken seien wieder frei, es könne aber noch zu leichten Verspätungen kommen, sagte eine Sprecherin. Nachdem Tief "Sebastian" am Mittwoch mit Orkan-Böen mit bis zu 150 Kilometern pro Stunde über Niedersachsen gefegt ist, war der Zugverkehr bis zum Vormittag teilweise massiv gestört. Wegen umgestürzter Bäume und Oberleitungsmasten waren Strecken teilweise gesperrt. Es kam zu Verspätungen, mancherorts fielen Verbindungen ganz aus.

400 Einsätze allein in Ostfriesland

Die Einsatzkräfte im ganzen Land kamen in der vergangenen Nacht nicht zur Ruhe. Zahlreiche Bäume waren umgestürzt und landeten zum Teil auf Autos, so etwa in Adenstedt im Landkreis Peine: Der Fahrer wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Aber vor allem in Nordniedersachsen richtete der Sturm durch abgeknickte Bäume und herumfliegende Gegenstände Schäden an. Allein die Polizei in Ostfriesland zählte mehr als 400 Einsätze - und auch heute werden die Feuerwehren noch allerhand zu tun haben, um die Sturmschäden zu beseitigen. An der Nordsee fielen viele Fährverbindungen aus. Die Zahl der Notrufe war nach Angaben der Regionalleitstelle vier Mal so hoch wie an normalen Tagen. Reisende in einem Zug bei Norden mussten versorgt werden, weil dieser nach Leitungsschäden nicht weiterfuhr. Außerdem wurden am Fähranleger in Norddeich rund 500 Reisende betreut, für die es mit der Fähre nicht zur Insel Norderney weiterging.

Der Herbst ist da - und bringt Orkanböen mit

Feuerwehr rettet Schüler aus der Weser

Die Landkreise Verden, Osterholz und Osnabrück meldeten ebenfalls viele Schäden. In Drakenburg (Landkreis Nienburg) rettete die Feuerwehr vier Schüler einer achten Klasse aus der Weser, nachdem sie mit ihren Kanus gekentert waren. Bis auf einen leichten Schock blieben die Schüler unverletzt. Großes Glück hatten auch die Schüler einer Grund- und Oberschule in Friedrichsfehn (Landkreis Ammerland), als ein Baum während der Unterrichtszeit auf den leeren Schulhof kippte. Kurze Zeit zuvor waren auf dem Pausenhof noch viele Schüler unterwegs.

Früher Sturm knickt viele Bäume

Die auffallend vielen umgeknickten und entwurzelten Bäume könnten eine Folge des ungewöhnlich frühen Zeitpunktes des ersten Herbststurms seien, vermutet man beim Deutschen Wetterdienst (DWD). "Normalerweise erwischen uns die Stürme eher im Winter, wenn die Laubbäume keine Blätter mehr haben", sagte Meteorologe Robert Scholz. Nun böten die Bäume mit dem vielen Laub eine große Angriffsfläche. "Bäume können sehr leicht entwurzelt werden." Menschen sollten sich vor herabfallenden Ästen und Dachziegeln in Acht nehmen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.09.2017 | 08:00 Uhr

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