Stand: 09.06.2017 07:54 Uhr

Althusmann: Keine lebenslangen Stadionverbote

Seit den Ausschreitungen beim Relegationsspiel zwischen Eintracht Braunschweig und dem VfL Wolfsburg kocht die Debatte über Fangewalt. Nun hat sich erstmals CDU-Landeschef und Spitzenkandidat Bernd Althusmann zu Wort gemeldet. Auf Anfrage von NDR 1 Niedersachsen sagte der Politiker, er halte nichts von einem lebenslangen Stadionverbot für gewalttätige Fans. Genau das hatte Innenminister Boris Pistorius (SPD) jüngst gefordert. Ein lebenslanges Verbot könnte dazu führen, dass die Gewalt dauerhaft einfach nur vor das Stadion verlegt wird, so Althusmann. Einige Jahre Stadionverbot für Fußballchaoten reichten aus.

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Keine Rechnungen an die DFL

Genau wie Pistorius hält aber auch Althusmann nichts davon, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) an den Polizeieinsatzkosten bei sogenannten Risikospielen beteiligt werden soll. Das Land Bremen verschickt derzeit Rechnungen über die Einsätze an die DFL, der Streit darüber wird vor Gericht ausgetragen. Der CDU-Politiker sieht vielmehr die Vereine in der Pflicht. Sie müssten mehr dafür tun, damit Feuerwerkskörper nicht ins Stadion gelangen können. Außerdem sollten die Vereine mehr Geld in Fanprojekte investieren, sagte Althusmann NDR 1 Niedersachsen.

Mehr Rücksicht auf Polizisten

Wie Pistorius fordert auch Althusmann von der Fußballliga mehr Rücksicht auf die Polizisten: Hochrisiko-Spiele sollten nicht an Feiertagen oder Tagen mit weiteren Großeinsätzen angesetzt werden. Der SPD-Innenminister hatte zuletzt einen großen Gipfel zum Thema Fan-Gewalt angekündigt. Am 10. August wolle er mit Fans, Aktiven und Funktionären über Gegenmaßnahmen und über die Fußballkultur diskutieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.06.2017 | 08:00 Uhr

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