Stand: 23.02.2013 19:58 Uhr  | Archiv

Netzaktivisten rufen Tag der Privatsphäre aus

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Mitglieder der Gruppe Anonymous tragen oft eine "Guy-Fawkes-Maske".

Im ganzen Norden haben am Sonnabend Demonstrationen und Protestaktionen stattgefunden, die auf das Thema Privatsphäre aufmerksam machen wollten. Der 23. Februar war von Anonymous, der Piratenpartei und weiteren Netzaktivisten zum "Internationalen Aktionstag für Deine Privatsphäre (IPD 2013)" ausgerufen worden. Mit bundesweiten Aktionen sollte auf die Bedeutung der Unschuldsvermutung aufmerksam gemacht werden. Zudem wird das Überwachungs-Projekt INDECT der Europäischen Union kritisiert.

Zufrieden mit der Resonanz

Weltweit sollten Aktionen in über 100 Städten stattfinden. Die Beteiligung im Norden war zum Teil überschaubar, in Hannover trafen sich zum Beispiel vier Aktivisten von Anonymous, die geplante Veranstaltung in Wolfsburg wurde bereits im Vorfeld abgesagt. Dennoch sei man mit der Resonanz auf der Straße zufrieden gewesen, so ein Teilnehmer nach dem Protest in der hannoverschen Innenstadt gegenüber NDR.de.

"Bürger als potenzielle Verbrecher und Terroristen"

Die Bundesregierung setze sowohl auf die Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum als auch am Arbeitsplatz, so die Organisatoren. Sie lasse neue Trojanersoftware einkaufen, wolle die Vorratsdatenspeicherung auch für Reisedaten und behandle somit alle Bürger gleichermaßen als potenzielle Verbrecher und Terroristen. Der IPD soll auf die damit verbundenen Gefahren aufmerksam machen.

Straftaten vorhersehen?

Das millionenschwere Forschungsprojekt INDECT der Europäischen Union verbindet Daten aus sozialen Netzwerken mit staatlichen Datenbanken, Kommunikationsdaten und Kameraaufnahmen von öffentlichen Plätzen. Mithilfe von Netzwerkanalysen und statistischen Auswertungen will INDECT so Risiken erkennen und Straftaten vorhersehen. Die Forschung soll Ende des Jahres abgeschlossen werden.

IPD-Aktionen im Norden

Laut Webseite der Organisatoren sind in folgenden Städten in Norddeutschland am 23. März Aktionen und Proteste geplant: Braunschweig, Bremen, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Hannover, Kiel, Osnabrück, Schwerin, Wolfsburg (abgesagt).

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