Stand: 21.12.2012 17:20 Uhr  | Archiv

Von ACTA bis @pontifex - das Jahr im Netz

von Fiete Stegers
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Diese Menschen in Hamburg konnte das iPhone 5 nicht schnell genug in die Finger bekommen.

Im Jahr nach dem Tod von Gründer Steve Jobs stellte Apple gleich zwei Mal neue iPad-Modelle und im Herbst das lang erwartete iPhone 5 vor. Technisch noch besser als die Vorgänger - sieht man von der peinlichen Panne mit dem nicht ausgereiften Karten-System ab. Aber irgendwie fehlte der Zauber, mit dem Apple in den letzten Jahren den Smartphone-Markt dominiert hatte. Dort liegt inzwischen Googles Betriebssystem Android vorn, das von Samsung und anderen Herstellern eingesetzt wird.

Wieder neu im Spiel ist Microsoft: Der Softwaregigant stellte nicht nur mit Windows 8 die neue Version seines Betriebssystems vor, sondern tritt nun mit dem Modell "Surface" auch selbst als Hersteller von Tablet-Computern auf. Windows 8 verknüpft ein klassisches Betriebssystem mit einer bunten, von Apps dominierten Oberfläche für Touchscreens. Noch ist nicht klar, ob dieses Hybrid-Rezept angesichts der langsamen Verdrängung von PCs und Laptops durch Smartphones und Tablets besonders erfolgversprechend ist - oder eine Sackgasse. Auch reine E-Book-Reader gelten bei einigen Fachleuten aber womöglich schon wieder als reine Übergangsprodukte ohne Zukunft. Branchenriese Amazon setzt hier entsprechend mit dem Kindle Fire HD nun auch auf ein eigenes echtes Tablet.

Online-Glücksspiel und elektronische Demokratie

Während der Gesetzgeber in Schleswig-Holstein erstmals und anders als alle anderen BundesländerLizenzen für Online-Glücksspiele erteilte(zumindest vorübergehend), machte Hamburg durch netzpolitische Initiativen auf sich aufmerksam. Die Bürgerschaft verabschiedete ein Transparenzgesetz und will öffentliche Daten im Internet zu Verfügung stellen. Der Senat will öffentliches WLAN durch verschiedene Maßnahmen fördern. Der Landkreis Friesland begann ein Experiment mit direkter Bürger-Mitbestimmung nach dem Vorbild der Piratenpartei.

 

Warnung vor Überwachung und Angst vor der Justiz

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Assange hat sich in die Botschaft von Ecuador geflüchtet.

Von der Enthüllungsplattform WikiLeaks hat man im vergangenen Jahr relativ wenig gehört: Gründer Julian Assange machte vor allem durch seine Flucht in die Botschaft von Ecuador in London Schlagzeilen. Auf diese Weise will er sich der Auslieferung an Schweden entziehen, wo er sich wegen eines Sexualdelikts verantworten soll. Zum Jahresende stellte er seine düstere Version einer immer stärker elektronisch überwachten Welt vor - in Buchform und in Interviews.

Mehr Überwachung und weniger Meinungsfreiheit fürchteten Internetaktivisten auch durch Vorschläge zur Internetregulierung, die auf der Welttelekommunikationskonferenz in Dubai besprochen wurden. Weil sich die westlichen Staaten damit nicht einverstanden erklärten, endete die Konferenz im Dezember ohne faktisches Ergebnis.

Ohne wirkliche Folgen blieb auch das Video "Kony 2012", das sich im Frühjahr wie ein Lauffeuer durch das Netz verbreitet hatte: Eine US-Organisiation machte mit emotionalen Bildern auf das Schicksal von Kindersoldaten in Uganda aufmerksam und forderte darin zur Jagd auf den Warlord Joseph Kony auf, der bis Ende 2012 vor ein Gericht gestellt werden solle. Das Video erntete weltweit Reaktionen - bis hin zu einem verstärkten Militäreinsatz der Afrikanischen Union. Ende 2012 ist Kony nach wie vor auf freiem Fuß, seine Taten sind im Netz kein Thema mehr.

Hacker kehren zurück nach Hamburg

Nachdem der von Mayas prophezeite Weltuntergang zur Verblüffung vieler Netzbewohner ausgefallen ist, steht Ende des Jahres noch ein weiteres Großereignis ins Haus. Zwischen Weihnachten und Neujahr lädt der Chaos Computer Club traditionell zu Deutschlands größtem Hackertreffen. Nach vielen Jahren in Berlin kehrt der Chaos Communication Congress an seinen Ursprungsort Hamburg zurück.

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