Stand: 31.08.2015 15:38 Uhr  | Archiv

100.000 Daumen für Hayalis Asyl-Verteidigung

von Kathrin Schmid, NDR Info, und Fiete Stegers, NDR.de

Klare Worte im Netz: Immer mehr Promis mobilisieren gegen Fremdenfeindlichkeit. Weitere Themen in der Netzwelt: Ein US-Gericht hebt Einschränkungen für die NSA auf. Und die Mitfahr-App Uber heuert zwei Hacker an.

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Mehr als 100.000 Nutzern gefällt Dunja Hayalis Facebook-Eintrag mit klaren Worten gegen Flüchtlingsfeinde.

"Diskutieren Sie mit: Ich lese alles." Ob ZDF-Moderatorin Dunja Hayali wirklich geahnt hat, was alles auf sie zukommt, als sie vor zwei Wochen in ihrer Sendung ankündigte, über die aktuelle Situation von Flüchtlingen reden zu wollen und die Zuschauer aufforderte, sich per Facebook oder App zu äußern?

Aber aus vielen Wortmeldungen, die sie daraufhin erreichten, sprach der blanke Hass - gegenüber Flüchtlingen, aber auch Hass, der sich gegen die Moderatorin selbst richtet - wie Hayali jetzt bei Facebook berichtet. "Dein Name ist schon ekelhaft" oder "Verlasse unser Deutschland" - so zitiert sie Kommentare auf ihrer Seite. Insgesamt entwickelte sie daraus einen deutlichen Aufruf zu mehr Menschlichkeit und Zivilcourage. Sie schreibt beispielsweise: Mehr noch als plumpe Hetze im Netz ärgerten sie die Kommentare all jener, die nach eigener Aussage nichts gegen Flüchtlinge haben - und dann das große "Aber ..." anfügen. "Aber was?", fragt Hayali zurück.

"Ihr bleibt erbärmliche Trottel"

Mehr als 100.000 Nutzer haben dieses Facebook-Statement der Moderatorin bereits mit "Gefällt mir" quittiert. Hayali ist dabei nicht die erste Prominente, die in den sozialen Netzwerken deutlich Position bezieht. Auch Klaas Heufer-Umlauf und sein Co-Moderator Joko Winterscheidt haben zuletzt deutliche Worte gefunden: "Früher war man Punk, wenn man provozieren wollte, heute ist man Patriot. Aber nennt euch ruhig wie ihr wollt: Ihr bleibt erbärmliche Trottel, die sich auf Kosten der Ärmsten der Armen produzieren wollen."

Ihre Video-Botschaft gegen Fremdenfeindlichkeit wurde inzwischen mehr als vier Millionen Mal angesehen. Auch die Schauspieler Til Schweiger und Armin Rohde sowie Thomas D. von den Fantastischen Vier treten online offensiv Rassismus entgegen.

Kommentar
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Einstweilige Verfügung gegen NSA aufgehoben

Für alle Kritiker der Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA gibt es schlechte Nachrichten: Nachdem 2013 ein US-Gericht befunden hatte, dass die Vorratsdatenspeicherung der NSA wahrscheinlich illegal ist, wurde diese Verfügung von einem Berufungsgericht aufgehoben. Das heißt: alles auf Anfang. Das Bundesbezirksgericht in Washington soll sich noch einmal mit dem Fall beschäftigten. Von dem Prozess erwartet man sich eine sehr grundsätzliche Einschätzung zu den Aktivitäten der NSA. Bis zu einer endgültigen Entscheidung kann es noch sehr lange dauern.

Auto-Hacker arbeiten jetzt für Mitfahr-App Uber

Im Juli sorgten zwei Hacker aus den USA für Aufsehen: Sie hatten für die Zeitschrift "Wired" demonstriert, dass sie die Kontrolle über einen fahrenden Jeep übernehmen können. Mit dem Laptop schalteten sie vom heimischen Sofa aus Scheibenwischer und Klimananlage im Auto an, drehten das Radio auf und deaktivierten zum Schluss das Gaspedal. "Wir wollten zeigen, dass schon ein kleiner Hack sehr weitreichende Folgen für das Auto haben kann", erklärten sie damals.

Jetzt haben die beiden Hacker einen neuen Job: Sie arbeiten für den umstrittenen Fahrdienst Uber. Das Unternehmen interessiert sich laut "Wired" nun intensiv für selbstfahrende Autos - und dafür, wie man diese gegen Hacker-Angriffe schützen kann.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 31.08.2015 | 15:38 Uhr

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