Stand: 27.08.2012 10:59 Uhr  | Archiv

Damit auch große Brüste im Körbchen bleiben

Bild vergrößern
Mit SugarShape wollen die Schwestern Laura Gollers und Sabrina Schönborn den Dessous-Markt aufmischen.

Erst war der Frust, dann die Idee: Weil sie keine passenden Büstenhalter für ihre große Oberweite fanden, entschieden sich Laura Gollers und Sabrina Schönborn aus Stelle (Landkreis Harburg) selbst "den perfekt sitzenden BH" zu produzieren. Die Schwestern gründeten ein Internet-Start-Up-Unternehmen - finanziert ohne Banken, sondern über das sogenannte Crowdfunding. 60 Tage hatten sie Zeit ihr Startkapital zu sammeln - in weniger als vier Stunden hatten sie die 100.000 Euro aber schon zusammen. Ein Zeichen dafür, dass die Schwestern mit ihrem BH-Problem offenbar nicht alleine waren.

170 Mikroinvestoren helfen dem Start-Up

"Crowdfunding" ist eine Methode, mit der man Fremdkapital für Geschäftsideen sammeln kann. Die Aufrufe finden meistens im Internet statt, die Kapitalgeber sind dann an dem Projekt beteiligt. "Jeder konnte in SugarShape investieren", so Schönborn. "Wir haben jetzt 170 Mikroinvestoren, die am Gewinn von Sugarshape beteiligt sind." Ihre langjährige Erfahrung in der Internet-Branche habe sehr geholfen.

Weitere Informationen

Crowdfunding: Internet-Kollekte statt Kredit

Wenn genug Fans mitmachen, ist vieles möglich. Auf Crowdfunding-Plattformen werden gemeinsam Projekte finanziert - von Filmdrehs über Musik-Alben bis zu neuen Spielkonsolen. mehr

Passgenaue Körbchen für XXL-Brüste

Die SugarShape-Gründerinnen wollen eine Marktlücke schließen: "Die Marken in Deutschland orientieren sich entweder an dünnen Frauen mit kleinen Brüsten oder kräftigen Frauen mit großen Brüsten", so die Erfahrung von Schönborn. SugarShape biete dagegen passgenaue Büstenhalter für schlanke Frauen mit großen Brüsten an. "Die Frauen sollen die Lingerie bekommen, die auf ihre Körperproportionen abgestimmt ist und ihnen ein junges, frisches Aussehen verleiht", sagt Schönborn. Die Büstenhalter seien so geformt, dass die Brüste dort bleiben, wo sie hingehören: ins Körbchen.

Größensystem ohne Doppel-D

Für ihre Unterwäsche haben die Schwestern ein neues Größensystem entwickelt, das nicht auf dem bekannten System mit Buchstaben beruht. Wer bei "Sugarshape" bestellen will, misst Unterbrustweite und die Brustweite. Auf der Internet-Seite gibt es dazu eine genaue Anleitung. BHs in 24 Größen hat das Online-Geschäft im Angebot, die passenden Höschen natürlich auch.

User-Models erwünscht

Bild vergrößern
Sogenannte User-Models präsentieren die Bikinis und BHs.

Die Kundinnen von SugarShape haben auch Mitspracherecht. Sie können mithilfe eines Internet-Votings über Stoffe, Muster, Farben, Namen und Dekoration mitentscheiden - ebenso über die "Bra Charmes", die kleinen Schmuckanhänger, die an den Mittelsteg des BHs gehängt und ausgetauscht werden können. Auch der erste SugarShape-Bikini sei nur produziert worden, weil die Kunden sich online dafür entschieden hätten, so Laura Gollers. Auf professionelle Models verzichten die Schwestern: Die Kundinnen selbst sollen sich als sogenanntes User-Model zur Verfügung stellen.

Links
Link

Netzwelt-Beiträge via Twitter

Bleiben Sie informiert und treten Sie mit uns in Kontakt. extern

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/nachrichten/netzwelt/dessous103.html