Sendedatum: 21.10.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Wie sicher sind Cloud-Speicher im Internet?

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Der Fachbegriff Cloud-Computing stammt aus der IT-Welt. Er bezeichnet das Speichern von Daten im Internet.

Immer mehr Menschen speichern Fotos, Filme, Musik und andere Daten im Internet. Oft ist der Speicherplatz dort sogar kostenlos. Auf die Daten kann man von mehreren Computern aus zugreifen, auch vom Smartphone oder Tablet-PC. Das nennen Fachleute "Cloud-Computing". Ein Vorteil: Man kann eigene Dateien wie Fotos, Filme und Präsentationen ganz einfach mit anderen Internet-Nutzern teilen.

Einfache Bedienung, oft kostenlos

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Cloud-Diente nur in der Größe des Speichers. Marktführer ist Dropbox, dort sind zwei Gigabyte Speicherplatz kostenlos. Bei Wuala gibt es sogar fünf Gigabyte. Er ist zudem einer der wenigen Anbieter, der die Daten verschlüsselt speichert. Auch Google bietet eine eigene Cloud mit fünf Gigabyte kostenlosem Speicher an: Google Drive. Dort lassen sich Texte, Tabellen und Präsentationen auch gleich bearbeiten. Die Bedienung ist in der Regel einfach. "Die Anbieter investieren sehr viel in einfache Benutzeroberflächen", erklärt Michael Herfert vom Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie.

Gespeicherte Daten sind nicht immer sicher

Es hapert aber bei der Sicherheit: In der Cloud gespeicherte Daten sind nach Ansicht des Computer-Experten nicht hundertprozentig geschützt. Profis könnten sich Zugriff verschaffen und die Daten zum Beispiel weitergeben. In einer Untersuchung haben Forscher am Fraunhofer Institut festgestellt, dass die meisten Nutzer ihre Daten zu sorglos in der Cloud lagern.

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Wer Daten in der Cloud speichert, muss damit rechnen, dass ein anderer Zugriff darauf hat - womöglich sogar der Cloud-Anbieter selbst.

Auch die Anbieter können die Daten einsehen, auswerten, weitergeben und sogar löschen. "Die Nutzungsbestimmungen und die Datenschutzbestimmungen sind meistens so vage und unverbindlich formuliert, dass man damit sehr viel rechtfertigen kann", weiß Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein. Ganz unverhohlen schreibt zum Beispiel Google in seiner Datenschutzerklärung: "Wir nutzen diese Informationen, um Ihnen maßgeschneiderte Inhalte anzubieten - etwa um Ihnen relevante Suchergebnisse und Werbung zur Verfügung zu stellen."

Verschlüsselung soll vor fremdem Zugriff schützen

Damit die Daten in der Cloud auch vor den Anbietern sicher sind, empfiehlt Internet-Experte Jörg Schieb, alle Dateien vor dem Hochladen in die Cloud zu verschlüsseln. Dafür gibt es zum Beispiel kostenlose Software wie Boxcryptor. Damit verschlüsselte Daten kann der Cloud-Anbieter nicht lesen oder einsehen. Zum Öffnen ist ein von Boxcryptor erzeugter Schlüssel nötig. Den hat nur der Besitzer der Dateien. Allerdings geht durch die Verschlüsselung Komfort verloren: Teilt man Fotos oder andere Dateien mit Freunden, brauchen sie denselben Schlüssel, um an den Inhalt zu gelangen. Das schnelle Öffnen per Mausklick ist dann nicht mehr möglich - das ist der Preis der Sicherheit.

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Markt | 21.10.2013 | 20:15 Uhr

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