Stand: 18.03.2016 14:31 Uhr

CeBIT: Tschechen gewinnen erstes Drohnen-Rennen

von Oliver Strunk

Erstmals ist am Donnerstag auf der CeBIT in Hannover der Dronemasters Summit ausgetragen worden, ein Wettbewerb zwischen ferngesteuerten Fluggeräten. "180 Stundenkilometer sind möglich", erklärt Initiator Frank Wernecke gegenüber NDR.de, "aber hier in der Halle liegen die Höchstgeschwindigkeiten bei 80 bis 90 Stundenkilometern." 30 Teams schickten ihre Maschinen durch einen in der Halle aufgebauten Parcours - laut Wernecke auch im internationalen Vergleich ein "besonders anspruchsvoller Kurs". Die Drohnen mussten nicht nur besonders schnell um die Kurve fliegen, sondern auch geschickt durch Tore gesteuert werden. Als bestes Team ging die tschechische Mannschaft "Robo Drone" aus dem Wettbewerb hervor. Sie sicherte sich so die Teilnahme an der Meisterschaft in Tschechien.

Eine Drohne fliegt auf dem Messegelände der CeBIT auf dem Stand der Firma "Dronemasters". © dpa - Bildfunk Fotograf: Peter Steffen

"Abstürze kommen ständig vor"

Auf der CeBIT wurde in diesem Jahr zum ersten Mal der Dronemaster Summit ausgetragen: 30 Teams flogen auf einem Parcours um die Wette. Dabei kam es auch immer wieder zu Abstürzen.

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Bastler haben freie Hand

Wernecke hat das Drohnenrennen aus Berlin nach Hannover geholt. In den USA werde die "Drone Racing League" (DRL) - eine Art Formel 1 der Dronen - inzwischen als Sport der Zukunft gehandelt. Hier in Deutschland sei man noch längst nicht so weit. "Wir haben daher auch andere Regeln für unseren Wettbewerb", so Wernecke. Während man bei der DRL peinlich genau darauf achte, dass alle Fluggeräte über die gleiche Motorenleistung verfügen, haben beim Dronemaster Summit auf der CeBIT die Bastler freie Hand. Die Teams können ihre Drohnen also tunen und aufrüsten, wie sie wollen und wie sie können.

Vor jedem Flug kommt die Genehmigung

Schnelligkeit spielt für Wernecke nicht nur auf dem Parcours eine große Rolle, sondern auch auf dem Drohnenmarkt. "Es ist wichtig, schnell zu sein und den anderen Big Playern nicht das Feld zu überlassen." Wernecke meint damit Unternehmen wie Amazon und Google, die mit Macht nach vorne preschen. "In Deutschland braucht man zurzeit für jeden gewerblichen Flug eine Genehmigung von der jeweiligen Kommune - und je nachdem in welcher Stadt Sie ansässig sind, können die Regeln da völlig unterschiedlich sein", so Wernecke. Natürlich sei es extrem anspruchsvoll, Regelungen für den öffentlichen Raum zu finden. Da dürfe es nicht zu "Wild-West-artigen Szenen" kommen. Fragen der Sicherheit müssten zuvor noch lange diskutiert werden. Flüge über Gewerbegebiete jedoch könnten möglicherweise einfacher reguliert werden. So gebe es Unternehmen, die Drohnen beispielsweise zur Video-Überwachung einsetzen wollen. So könne man flexibel bestimmte Plätze des Firmengeländes abfilmen. Solange aber jeder Start und jede Landung genehmigt werden müsse, sei ein derartiger Ansatz kaum zu verwirklichen.

"Game of Drones" in Hannover

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen sind extrem vielfältig. Schon jetzt würden Drohnen beispielsweise in der Landwirtschaft eingesetzt. Sie fliegen vor Mähdreschern, scannen die Umgebung, den Boden, warnen etwa vor einem Reh, das sich im Heu versteckt hat. Auch von Rettungsdiensten auf hoher See, die das Meer nach Verunglückten absuchten, würden Drohnen aktuell getestet. Drohnen mit Infrarot-Sensoren können Dächer abfliegen und undichte Stellen in der Wärmedämmung entdecken. Ein Anwendungsgebiet nimmt bei den Dronemasters großen Raum ein: die Inventur.

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Drohnen seien für diese Aufgabe ideal, so Frank Wernecke. Jedes Produkt werde mit einem Chip ausgestattet, der Signale an die vorbeifliegende Drohne schicken kann. Die ferngesteuerten Fluggeräte flitzen also durch die menschenleeren Hallen und erstellen so fast nebenbei eine aktuelle Bestandsliste. In einem weiteren Schritt könnten die Produkte dann auch von Transport-Drohnen abgeholt und ausgeliefert werden. Amazon testet eine derartige Lieferung, aber auch die US-Supermarktkette Walmart probt derzeit, wann ein derartiger Lieferdienst in der Praxis möglich ist.

Wie geht's weiter mit den Drohnen?

Bis die Pizza aber von der Drohne geliefert wird, müssen noch viele Fragen geklärt werden. Braucht man einen Führerschein, wie hoch dürfen die Drohnen fliegen? Wie kann man sich vor Abstürzen schützen? Wie sichert man die Auslieferung, damit Kriminelle nicht einfach Spielkonsolen und Fernseher vom Himmel schießen können?

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