Stand: 10.03.2014 06:44 Uhr  | Archiv

Angela Merkel eröffnet die CeBIT 2014

Die weltweit größte Computermesse CeBIT ist gestern in Hannover offiziell eröffnet worden: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Messe gemeinsam mit dem Premierminister des diesjährigen Partnerlandes Großbritannien, David Cameron, und Volkswagen-Chef Martin Winterkorn für das Fachpublikum freigegeben. Zur Begrüßung kam ein Roboter namens "Harry" auf die Bühne. Er hieß die Gäste in verschiedenen Sprachen willkommen und erklärte das diesjährige Leit-Thema "Datability". Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte zur Eröffnung die Datensicherheit als unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung von Internet-Diensten: "Ich glaube, wir sind erst am Anfang dessen, was da zu leisten ist."

Heiter-schräg bis sonnig-bunt: die CeBIT 2014

Winterkorn lobt wachsende Vernetzung in der Autobranche

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VW-Chef Winterkorn sprach in seiner Rede auch die Gefahren des Missbrauchs von gesammelten Daten an.

Winterkorn sprach bei der Eröffnungsveranstaltung in Hannover über die Herausforderungen in der Autobranche durch die steigende Vernetzung. Die sich daraus ergebenden neuen Verknüpfungsmöglichkeiten etwa bei Navigation, Dienstleistung und Sicherheitsservices seien einerseits Chancen, würfen andererseits aber auch Fragen auf. Schon jetzt sammeln Autobauer, Versicherungen und Anbieter von Navigationsdiensten massenhaft Daten, die im Sinne der Nutzer ausgewertet, aber auch missbraucht werden können. NDR.de hat die Eröffnungsfeier im Video-Livestream übertragen.

Bitkom: Datenauswertung trotz Misstrauens

Was für viele Menschen als Skandal galt, sieht die IT-Industrie als eine Chance: Die Enthüllungen um die NSA machten den Datenschutz zu einem zentralen Thema für die Branche, betonte Dieter Kempf, Präsident des Branchenverbandes Bitkom, am Sonntagmittag. 59 Prozent der Befragten in einer Bitkom-Umfrage hätten nach den NSA-Enthülllungen Misstrauen gegenüber Datenauswertungen geäußert, so Kempf. Trotzdem wandte er sich gegen Aufrufe zum Rückzug aus dem digitalen Leben: "Das hieße, dass wir die Menschen blind in Staus fahren lassen und einen Rückgang bei der Qualität der medizinischen Versorgung in Kauf nehmen."

Branchenverband rechnet mit 10.000 neuen Arbeitsplätzen

Der Branchenverband rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von fast zwei Prozent auf 153,4 Milliarden Euro und mindestens 10.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen, wie Kempf vor Beginn der CeBIT sagte. Zwar werde der Umsatz mit Telekommunikationsdiensten weiter schrumpfen, doch der Umsatz mit Smartphones soll laut Kempf deutlich wachsen. Im weltweiten Vergleich stehe Deutschland mit einem Marktanteil von 4,1 Prozent gut da, drohe aber zurückzufallen, so Kempf.

Messe erwartet 230.000 Fachbesucher

Bundeskanzlerin Merkel wird heute mit Premierminister Cameron den traditionellen Messe-Rundgang absolvieren. Rund 230.000 Fachbesucher werden in der CeBIT-Woche erwartet - so viele wie 2013. Damals kamen allerdings noch 43.000 Privatbesucher dazu, weil die CeBIT auch eine Publikumsmesse war. In diesem Jahr verzichtet die CeBIT aber auf private Besucher und ist als reine Fachmesse ausgerichtet. Einen Besuchertag, bei dem Fans über die Messe gehen können, wird es nicht mehr geben. Im Zentrum der weltgrößten Computermesse soll stattdessen das Geschäft zwischen Unternehmen stehen: Business to Business oder auch B2B genannt. In der Branche kommt dies offenbar gut an, die Messe freut sich über hohe Anmeldezahlen. Auch das Leit-Thema "Datability" - zusammengesetzt aus "Big Data" und den englischen Begriffen für Möglichkeit, Nachhaltigkeit und Verantwortung (Ability, Sustainability und Responsibility) - trifft den Nerv der Experten.

China ist nach Deutschland das größte Ausstellerland

Die CeBIT soll bis zum 14. März noch gezielter als Plattform für Kontakte und Geschäftsabschlüsse dienen. Mehrere namhafte Teilnehmer hätten ihre Ausstellungsfläche sogar vergrößert, so die Messeleitung. Erstmals seit 2008 kommen nach Angaben der Messe mit 55 Prozent wieder mehr als die Hälfte der rund 3.400 erwarteten Aussteller aus dem Ausland. Größtes Ausstellerland neben Deutschland ist China mit 500 Betrieben, vor dem diesjährigen Partnerland Großbritannien mit 130 Unternehmen. Daneben werden zahlreiche Foren und Diskussionen angeboten, unter anderem mit den Netz-Ikonen Apple-Mitgründer Steve Wozniak, dem Gründer des Internetlexikons Wikipedia, Jimmy Wales, und dem Sicherheitsexperten und Unternehmer Eugene Kaspersky.

Die jungen Wilden der CeBIT

Besonders viel Platz erhalten in diesem Jahr die jungen Unternehmen der Gründer-Plattform CODE_n. Die Start-ups stellen ihre Geschäftsmodelle vor und werben um Investoren - erstmals in einer für sie reservierten Halle. Am Mittwoch werden dann zum dritten Mal die CODE_n-Awards vergeben.

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CODE_n: Schöne neue Gründer-Welt

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