Stand: 20.02.2013 14:15 Uhr  | Archiv

Ausgezeichnete App gegen das Komasaufen

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Zu viel getrunken? Eine neue Handy-App soll Jugendlichen dabei helfen, besser mit Alkohol umzugehen.

"Die Erfahrung mit Jugendlichen zeigt, dass viele von ihnen das Risiko Alkohol und den Notfall schwer einschätzen können", sagt Sabine Kowaleski von der Suchtpräventionsstelle Herzberg. Der Landkreis Osterode hat deshalb eine Smartphone-App entwickelt, in der viele Informationen rund um das Thema Alkohol zusammengestellt worden sind. So finden Teenager in der Anwendung einen Notfallplan, ein Lexikon und ein Spiel, in dem sie bei richtigem Verhalten Coolness-Punkte sammeln können.

Die Gewinner-App in Bildern

"Ohne erhobenen Zeigefinger"

Zwei Jahre sind von der Idee zur App bis zur Umsetzung vergangen. Den Mitarbeitern des kommunalen HaLT-Projekts, kurz für "Hart am Limit", geht es dabei besonders darum, 13- bis 18-Jährige in ihrer eigenen Lebenswelt anzusprechen und nicht zu belehrend zu wirken. "Die App sensibilisiert und macht die Gefahren des Rauschs ohne erhobenen Zeigefinger deutlich", erklärt Präventionsfachkraft Kowaleski. Die Programmierung hat das Institut für praktische Informatik der Leibniz Universität Hannover übernommen. Finanziert wurde die Arbeit aus Spendengeldern.

Die HaLT-Projekte

Unter dem Begriff "Hart am Limit", kurz HaLT, werden bundesweit zahlreiche Präventionsprojekte gegen exzessives Trinken bei Kindern und Jugendlichen zusammengefasst. Dabei geht es im Wesentlichen darum, junge Menschen nach alkoholbedingten Krankenhausaufenthalten zu beraten und Erwachsene in die Verantwortung zu nehmen - etwa durch das Einhalten des Jugendschutzgesetzes beim Alkoholverkauf auf Festen.

App setzt sich aus drei Elementen zusammen

Die Anwendung besteht aus drei Teilen: Im "Notfallplan" können Jugendliche verschiedene Situationen simulieren. Was ist etwa zu tun, wenn der Freund so viel getrunken hat, dass er nicht mehr ansprechbar ist? Beim "Simulationsspiel" werden typische Szenen durchgegangen, in denen man Alkohol trinken oder ablehnen kann. Je nachdem, wie man sich entscheidet, kann am Schluss der Alkoholexzess stehen. Im Bereich "Quiz und Info" werden Fakten zu Alkohol und Jugendschutz vermittelt. Dabei wird auch mit gängigen Irrtümern wie "Alkohol kann man ausschwitzen" aufgeräumt.

Sieger beim Bundeswettbewerb Alkoholprävention

Mit diesem Konzept überzeugte der Landkreis Osterode auch beim Bundeswettbewerb Alkoholprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Am Mittwoch wurde die HaLT-App in Berlin neben mehreren anderen Projekten prämiert. Der Preis ist mit 7.000 Euro dotiert. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) lobte bei der Verleihung den Einfallsreichtum in der Präventionsarbeit.

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