Stand: 24.02.2014 18:00 Uhr  | Archiv

WhatsApp bittet für Ausfall um Entschuldigung

von Nils Kinkel und Fiete Stegers

Ein stundenlanger WhatsApp-Ausfall sorgt für Spott und einen zerknirschten Firmengründer. Das EU-Parlament stellt Weichen in Sachen Netzneutralität. Und BuzzFeed will nach Deutschland kommen.

Wie neutral müssen Internet-Provider sein?

In Brüssel steht am Montag eine Vorentscheidung zur Zukunft der Netzneutralität an: Der Industrieausschuss des Europaparlaments stimmt über neue Regeln für den Telekommunikationsmarkt ab.  Eigentlich sollen die Telekom-Provider verpflichtet werden, den gesamten Datenverkehr im Internet neutral weiterzuleiten - unabhängig davon, um welche Inhalte es sich handelt.

Die genaue Ausgestaltung der Regeln ist aber unter den Parlamentariern umstritten. Netz-Aktivisten befürchten, dass am Ende Formulierungen stehen, die den Telekom-Unternehmen Ausnahmen erlauben, um doch bestimmte Daten zu bevorzugen. "Der Gleichbehandlungsgrundsatz hat zu der enormen Vielfalt im Internet geführt, die wir alle schätzen. Deshalb brauchen wir die Netzneutralität, denn ansonsten wird das Internet in einigen Jahren aussehen wie das Kabelfernsehen", sagt Internetaktivist Thomas Lohninger von der Verbraucherschutzorganisation European Digtal Rights.

In welche Richtung so etwas führen könnte, ist gerade in den USA zu sehen: Dort will das Video-Portal Netflix dem Netzbetreiber Comcast laut "New York Times" mehrere Millionen Dollar jährlich zahlen, damit seine Video-Daten die Comcast-Kunden besser erreichen. Ob es sich dabei um eine Verletzung der Netzneutralität handelt, wird nun heiß diskutiert.

Serie

Wie neutral wird das Netz der Zukunft?

Das Internet - nur ein Transportmedium, in dem private E-Mails genau behandelt werden wie Filme von Videoplattformen? Eine Debatten-Reihe zum Thema Netzneutralität. mehr

Katzenbilder und Investigatives bald auch auf deutsch

Bild vergrößern
BuzzFeed-Chef Peretti hat Deutschland als neuen Markt im Auge.

Die erfolgreiche US-Website BuzzFeed plant den Start einer deutschen Version. Das kündigte Gründer Jonah Peretti auf der Internetkonferenz "Online Marketing Rockstars" in Hamburg an. Details nannte er aber noch nicht.

BuzzFeed setzt vor allem auf unterhaltsame Inhalte, die sich im Netz viral weiterverbreiten - gerne in Form von mehr oder weniger lustigen Listen. Gleichzeitig hat die Redaktion aber auch renommierte Journalisten angeworben, die ernsthafte und sogar investigative Artikel liefern sollen.

Für Gründer Peretti ist das kein Widerspruch: "Für mich funktioniert BuzzFeed wie ein Café in Paris. Da kannst du auch gleichzeitig ein Philosophie-Buch lesen und einen Hund streicheln. Wenn du mit der Person am Nebentisch flirtest, heißt das nicht, dass dich die Nachrichten nicht interessieren", sagt er im Interview mit ZAPP.

WhatsApp: "Längster Ausfall in der Firmengeschichte"

Der Chef des Mitteilungsdienstes WhatsApp bittet die rund 450 Millionen Nutzer seines Programms um Entschuldigung: Am Samstag war der Dienst mehrere Stunden lang zusammengebrochen. Laut WhatsApp war ein interner Netzwerk-Fehler der Grund für den "längsten Ausfall in der Firmen-Geschichte", wie The Verge berichtet.

Wenige Tage zuvor war WhatsApp von Facebook übernommen worden. Klar, dass Internetnutzer sofort spotteten, Facebook-Chef Mark Zuckerberg wolle entgegen seiner Ankündigung doch WhatsApp den Saft abdrehen. Konkurrenten wie die Dienste Telegram und Threema melden seit der Übernahme von WhatsAppp rasant steigende Nutzerzahlen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 24.02.2014 | 15:38 Uhr