Stand: 08.02.2016 15:38 Uhr

Wer bestimmt künftig, was Twitter-Nutzer sehen?

Bild vergrößern
Von Facebook lernen: Heißt das für Twitter siegen lernen oder den eigenen Untergang besiegeln?

Gräbt sich Twitter sein eigenes Grab? Diesen Eindruck hatten zumindest viele Fans des Kurzmitteilungsdienstes am Wochenende: #RIPTwitter lautete das entsprechende Schlagwort. Dazu meldete sich dann sogar der Twitter-Chef Jack Dorsey selbst zu Wort - mit einem Dementi.

Nein, Twitter werde sich diese Woche nicht grundlegend verändern, schrieb Dorsey. Twitter bleibe weiter eine Plattform, bei der die Mitteilungen im Nachrichtenstrom der Nutzer in Echtzeit angezeigt werden - ungefiltert. Spätere Änderungen schloss er damit aber nicht aus.

Das US-Online-Magazin Buzzfeed hatte zuvor berichtet, demnächst würden die Twitter-Mitteilungen von einem Algorithmus sortiert. Die Software solle entscheiden, welche Mitteilungen für die einzelnen Nutzer am wichtigsten und interessantesten seien. Bei Facebook bestimmt ein solcher Algorithmus, welche Inhalte angezeigt werden - und was Nutzer nicht zu sehen bekommen. Viele Twitter-Dauernutzer aus Medien und Tech-Branche sehen das aber als Einschränkung. Twitter wäre dann nur noch ein Facebook-Abklatsch und kein offenes System mehr, so die Kritik.

Für Wenig-Nutzer und insbesondere Neueinsteiger könnte solch eine Sortier-Funktion aber nützlich sein, weil sie schneller populäre Nachrichten sehen, ohne Twitter in Echtzeit verfolgen zu müssen.

Firmenchef Dorsey deutet deshalb schon an, wohin die Reise für Twitter geht: Echtzeit und Algorithmus-Auswahl werden als Optionen nebeneinander angeboten. Dann entscheiden die Nutzer, was ihnen besser gefällt.

Hintergrund der Twitter-Überlegungen ist, dass das Wachstum der Nutzerzahl bei Twitter schwächer ausfällt, als sich das Investoren und Börsen-Analysten wünschen. Zuletzt hatte Dorsey bereits angekündigt, dass sich Twitter auch von einem anderen Markenzeichen des Dienstes - der Beschränkung auf maximal 140 Zeichen lange Mitteilungen - verabschieden werde.