Stand: 22.10.2014 17:44 Uhr  | Archiv

Smart City - Die intelligente Stadt der Zukunft

von Jan Rähm

Weltweit zieht es immer mehr Menschen in die Städte, die Landflucht nimmt zu. Nach einer UN-Prognose werden im Jahr 2050 Zweidrittel der rund zehn Milliarden Bewohner auf der Erde in Städten leben. Doch wie sieht das Leben in diesen Metropolen aus? Forscher der Elektro- und Informationstechnik haben auf dem Kongress "Smart Cities" in Frankfurt am Main ihre Vision einer intelligenten Stadt der Zukunft vorgestellt.

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In den Zukunftsvisionen der Forscher spielt Elektromobilität eine große Rolle.

Wenn das Elektroauto weiß, wann es gebraucht wird und dem Stromlieferanten sagt, wenn es geladen werden muss, wenn das Auto darüber hinaus auch immer weiß, wo es parken kann, dann fährt dieses Auto in einer "Smart City", der intelligenten Stadt. In der intelligenten Stadt sind alle Bereiche miteinander vernetzt und interagieren: Verkehr, Elektrizität und Wasser, Gebäude, Infrastruktur und Mobilität, Lebensmittelver- und Abfallentsorgung. "Durch intelligente Vernetzung einzelner Bereiche, die bereits existieren in den Städten, soll ein Mehrwert für den Bewohner dieser smarten Städte geschafft werden", erklärt Michael Teigeler von der Deutschen Kommission Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik.

Grundlage der Überlegungen ist das Internet der Dinge

Forscher und Entwickler greifen auf dem Weg dorthin auf bereits bestehende Konzepte zurück. Zum Beispiel auf das sogenannte Internet der Dinge, das einen Teil der intelligenten Stadt der Zukunft ausmacht. Unter dem "Internet der Dinge" verstehen Techniker ein Netzwerk aus unzähligen Geräten, die miteinander verbunden sind und interagieren - unter anderem Sensoren. "Man kann sich auch Sensoren in Kleidungsstücken vorstellen. Man kann sich Sensoren in Fahrzeugen vorstellen. Man könnte sich auch Sensoren auch innerhalb einer Straße vorstellen. Das eröffnet ganz neue Perspektiven. Und wenn man diese Sensoren zu einem großen gesamten Netzwerk zusammenfügt, sodass ein Sensor mit dem anderen reden kann, dann wird die Stadt intelligent", sagt Zukunftsforscher Teigeler.

Intelligentes Verkehrsmanagement statt Parkplatzsuche

Ein wichtiger Teil der "Smart City" ist der Straßenverkehr. Der wird vielerorts schon heute von Sensoren registriert. Und es gibt Parkleitsysteme. Nur arbeiten beide noch nicht optimal zusammen, erklärt Teigeler: "Wir haben bereits sehr gut ausgebaute Straßen und Parkleitsysteme. Letztendlich verbrauchen wir aber immer noch sehr viel Zeit und Ressourcen bei der Parkplatzsuche. Intelligentes Verkehrsmanagement wäre ein Aspekt der smarten Stadt."

Eine Stadt, in der das Konzept "Smart City" schon Realität wurde, ist das spanische Santander. Vor vier Jahren wurde dort im Rahmen eines europäischen Förderprojekts die Stadt komplett mit 12.000 Sensoren über alle Bereiche hinweg ausgestattet - im Straßenverkehr, in der Abfallwirtschaft, außerdem Bewässerungssysteme und ähnliche Themen, die in Santander relevant sind. "Jetzt hat die Stadt Valencia ein 'Smart-City'- Projekt ausgeschrieben und die Telefonica hat diese Ausschreibung gewonnen. In Valencia wird diese "Smart City" auch komplett zu Ende installiert", erläutert Projektmitarbeiter Timo Pötzlberger vom Telekommunikationsunternehmen Telefonica.

Zeit und Ressourcen sparen

So schnell wie in Spanien werden smarte Städte in Deutschland nicht entstehen. Hierzulande gibt es erst ein paar Pilotprojekte. Wie es einmal sein könnte, in einer intelligenten Stadt zu leben, beschreibt Michael Teigeler: "Es ist angenehm in einer intelligenten Stadt zu leben. Ich spare möglicherweise Zeit. Was für uns alle, glaube ich, eines der höchsten Güter ist. Ich spare aber mit Sicherheit auch Ressourcen und vielleicht auch Nerven." Bei der Parkplatzsuche beispielsweise. Wer in einer "Smart City" wohnt hat also möglicherweise auch weniger Stress.

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NDR Info | 23.10.2014 | 08:08 Uhr