Stand: 18.11.2015 13:00 Uhr

Schlau: Google & Co. ködern Journalismus

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Google und Facebook umgarnen die Medienhäuser, um hochwertigen Content zu bekommen.

Bei der Nutzung aktueller Online-Nachrichten greift schon etwa jeder fünfte deutsche Internetnutzer auf soziale Netzwerke zurück, teilte gerade der Digitalbranchenverband Bitkom unter Berufung auf eine eigene Studie mit. "Soziale Netzwerke haben sich für die Nutzer zu einer wichtigen Informationsquelle für tagesaktuelle Nachrichten entwickelt", sagte der Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder der AFP. Vor allem jüngere Internetnutzer ergänzten oder ersetzten damit andere klassischen Medienkanäle oder auch die Nachrichtenportale im Internet.

 

Jemand tippt auf einem Smartphone.

Schlau: Google & Co. ködern Journalismus

ZAPP -

Mit "Instant Articles" und der "Digitale News Initiative" buhlen Facebook bzw. Google um die Medienhäuser, um hochwertigen Content zu bekommen. Zum Stand der Dinge.

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Ob Facebooks "Instant Articles" und seine neue Eilmeldungs-App "Notify", Apples Mini-Programm "News" oder Googles Millionen schwere "Digital News Initiative" (DNI): 2015 ist das Jahr, in dem deshalb Tech-Konzerne den Journalismus heftig umgarnen, nachdem sie ihn jahrelang links liegen gelassen haben oder ihn als etwas Selbstverständliches angesehen haben, dessen Produkte man einfach nur noch verarbeiten muss. Für Verlage und Sender scheint das auf den ersten Blick eine bequeme und luxuriöse Situation zu sein - ihnen werden Innovationen möglich gemacht, mit denen sie auf die Smartphones ihrer Nutzer kommen.

Verlage nutzen das Angebot der Tech-Riesen

Torsten Beeck, Digitalstratege beim "Spiegel"-Verlag, sagte dazu gegenüber ZAPP: " (...) natürlich haben die eigene Interessen. Die haben eigene Plattformen. (...) Und natürlich versuchen die irgendwie die Prestige-trächtigsten Partner zu gewinnen und die großen internationalen Partner zu gewinnen. Aber da das ja bisher nirgendwo exklusive Content-Deals sind in irgendeiner Weise, ist es eher so, dass wir als Publisher halt sagen, wir versuchen überall einen Fuß in den Teich zu stecken und mal zu gucken. Ist das was, was uns helfen kann? Ist es etwas, was unsere Nutzer gut finden? Ist es etwas, womit wir möglicherweise Geld mit verdienen können? Und deshalb ist es für uns gerade eher eine komfortable Situation, dass es ein Interesse aus vielen Richtungen gibt."

Neue Produkte sollen allen Medien offen stehen

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Google will mit der "Digital News Initiative" Innovationen in den Medien fördern. Im Interview mit ZAPP gibt Gerrit Rabenstein Einblicke in erste Projekte. Video (19:38 min)

Gerrit Rabenstein, Leiter der "Digital News Initiative" von Google Deutschland, beschreibt die Interessen und die Entwicklung der Google-Innovationsinitiative, bei der die Bewerbungs- und Einreichungsphase am 04. Dezember endet, gegenüber ZAPP so: "Also grundsätzlich ist die DNI offen für alle. Es gab einige - acht Verlage und drei Organisationen oder Verbände -, die diese DNI zusammen mit uns gegründet und überlegt haben. Gleichzeitig sind wir jetzt inzwischen nach sechs Monaten so weit, dass wir uns vor einer Woche mit gut 190 Verlagen aus ganz Europa getroffen haben. Das heißt, wir erweitern das auch. Und auch alle Produkte, die dort entwickelt werden, sollen sowohl für alle Verlage in Europa, aber auch auf der ganzen Welt einsetzbar sein."

Wer diktiert am Ende die Spielregeln?

Allerdings bleiben bei aller Euphorie noch Fragen offen: Was ist, wenn sich das Modell eines internationalen Tech-Konzerns durchsetzen sollte? Haben die mitspielenden Medien dann noch die volle Kontrolle über das Produkt oder diktiert ihnen dann ein Facebook, Google oder Apple doch am Ende die Spielregeln?

ZAPP hat mit Digitalstrategen in den Medienhäusern und mit Gerrit Rabenstein, dem DNI-Leiter Google Deutschland gesprochen und sich die ersten gemeinsamen Entwicklungen der Konzerne und Verlage angesehen.

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 18.11.2015 | 23:20 Uhr