Stand: 09.09.2014 11:56 Uhr  | Archiv

Google löscht Links: Nach welchen Regeln?

Bei Google gehen immer mehr Anträge auf die Löschung von Links ein, die zu journalistischen Artikeln und Beiträgen führen. Jetzt beschäftigt sich ein Expertenbeirat mit dem Thema, der sich in dieser Woche zum ersten Mal in Madrid und Rom zusammensetzt.

Alle mit an den Tisch bringen

Mitglied in diesem Beirat ist auch die ehemalige deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie fordert, dass automatisch Verlag, Journalist, Blogger oder Webmaster "vorher" um ein Statement gebeten werden, bevor Google über einen Link-Löschantrag urteilt. Nach der Entscheidung soll dann im Streitfall am besten noch eine Schiedsstelle zur Verfügung stehen, für den Fall, dass eine der beiden Seiten nicht mit dem Beschluss von Google einverstanden ist. Der Vorteil daran: Eine Schiedsstelle wäre nicht so teuer und umständlich wie ein Gerichtsverfahren - und es gäbe einen unabhängigen Schiedsrichter "hinterher", der sich mit strittigen Entscheidungen von Google beschäftigen würde.

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Einer ärgert sich immer

"Das Phänomen bei dieser Entscheidung, die wir treffen, ist, dass wir eine Seite immer verärgern. Entweder denjenigen, der Inhalte entfernt haben möchte oder denjenigen, der Inhalte ins Netz gestellt hat", sagt Google selbst gegenüber ZAPP zum möglichen Prozedere nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes. "Und ganz grundsätzlich ist bei dem Recht auf Vergessen auch die Tatsache betroffen, dass Inhalte nicht aus dem Internet entfernt werden, sondern sie bleiben ja bestehen, sondern sie werden ja nur aus den Ergebnislisten von Google entfernt und sind über andere Suchmaschinen oder über andere Kanäle weiterhin abrufbar."

Wie löscht Google richtig? Kein einfaches Thema. Beim Entwickeln der Regeln können wir alle in Echtzeit zuschauen.

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