Stand: 15.12.2014 11:51 Uhr  | Archiv

Sicher bezahlen im Internet

von Esra Özer

Bücher und CDs, Elektronik und Spielzeug: Vor Weihnachten erreicht der Handel im Internet seinen jährlichen Höhepunkt. Zum Bezahlen bieten viele Online-Shops mehrere Möglichkeiten an - zum Beispiel Vorkasse, Lastschrift, Kreditkarte oder Bezahldienste wie Paypal und Click & Buy. Nur bei wenigen Anbietern können Kunden das Geld erst nach Erhalt der Rechnung überweisen.

Vorkasse: Angst vor Betrügern

Der Käufer überweist dem Verkäufer das Geld. Anschließend verschickt der Verkäufer die Ware. Größter Nachteil: Kommt die Ware nicht an, hat der Käufer nichts gegen den Verkäufer in der Hand. Im schlechtesten Fall muss er versuchen, mithilfe eines Anwalts sein Geld zurückzubekommen. Immer wieder probieren unseriöse Händler, Kunden durch Zahlung per Vorkasse Geld abzuknöpfen. Deshalb raten Experten von dieser Zahlungsmethode ab. Seriöse Online-Händler bieten mindestens ein alternatives Verfahren an.

Lastschrift vom Girokonto: Einfach, komfortabel und sicher

Bei einer Lastschrift wird der Rechnungsbetrag vom Bankkonto des Kunden abgebucht. Dafür muss er dem Händler eine Einzugsermächtigung erteilen. Dabei wird das Bankkonto üblicherweise erst beim Versand der Ware belastet. Für die Nutzung des Lastschriftverfahrens muss der Kunde seine Bankdaten an den Händler übermitteln: Kontonummer, Bankleitzahl und den Namen der Bank. Wenn es Ärger mit dem Händler gibt, kann der Kunde den Betrag innerhalb von acht Wochen auf sein Konto zurückbuchen lassen. Dann muss der Verkäufer nachweisen, dass er einen Anspruch auf das Geld hat.

Kartenzahlung: Doppelter Schutz mit mobiler TAN

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Als relativ sicher gilt die Zahlung per Kreditkarte oder Girokarte (früher: EC-Karte).

Die Zahlung per Kreditkarte oder Girokarte (früher: EC-Karte) ist unkompliziert. Bei Kreditkarten muss der Käufer nur die Kartengesellschaft, die Kreditkartennummer und die Gültigkeitsdauer angeben. In einigen Fällen fragen die Händler zusätzlich eine dreistellige Kartenprüfnummer ab. Sie ist auf der Rückseite der Kreditkarte aufgedruckt. Noch mehr Sicherheit bietet eine Variante für Girokarten (EC-Karten), die immer mehr Online-Händler anbieten: Zum Bezahlen wird zusätzlich eine Transaktionsnummer (TAN) verschickt, die der Kunde per SMS auf sein Handy erhält. Das sogenannte mobile TAN-Verfahren gilt als sehr sicher, weil es nur mit äußerst hohem Aufwand zu knacken ist.

Gelangt das Geld trotz aller Vorsicht in falsche Hände, muss die Kartengesellschaft oder Bank den Betrag in der Regel erstatten. Ausnahme: Der Käufer hat fahrlässig gehandelt, also zum Beispiel die Kartenprüfnummer oder die PIN an Dritte weitergegeben. Bei Ärger mit dem Verkäufer hat der Kunde in den meisten Fällen die Möglichkeit, das Geld zurückbuchen zu lassen.

Paypal: Sicher, aber undurchsichtig

Paypal verwaltet das Geld als Treuhänder: Das Unternehmen kassiert Geld vom Käufer und leitet es an den Verkäufer weiter. Meldet der Käufer ein Problem, bucht Paypal das Geld wieder zurück. Der Verkäufer muss dann den rechtmäßigen Versand der Ware nachweisen. Das soll Käufer vor betrügerischen Händlern schützen. Allerdings gibt es auch Kritik: Nach Ansicht von Verbraucherschützern ist unklar, nach welchen Kriterien Paypal die Freigabe gesperrter Gelder prüft. Für Verbraucher sei nicht nachvollziehbar, wann sie mit einer Rückzahlung rechnen können. Auch die Haftungsklauseln von Paypal sind offenbar heikel: Demnach müssen Paypal-Kunden für Rücklastschriften und ungedeckte Kreditkartenbuchungen zahlen, auch wenn sie diese nicht zu vertreten haben. Dagegen klagen Verbraucherschützer.

Tipps für sichere Einkäufe im Internet

  • Seriöse Händler finden

    Prüfen Sie, ob auf der Internet-Seite neben elektronischen Kontaktdaten auch eine Adresse und eine Telefonnummer angegeben sind. Suchen Sie nach Erfahrungsberichten über den Händler. Tippen Sie dazu in eine Suchmaschine zum Beispiel den Namen des Händlers und das Wort "Problem" ein.

  • Daten verschlüsselt übertragen

    Achten Sie darauf, dass alle Daten bei der Übermittlung zum Online-Händler verschlüsselt übertragen werden. Sie erkennen die Verschlüsselung in der Adresszeile des Internet-Zugangsprogramms: Dort steht "https" statt "http" (s für secure, auf Deutsch: sicher).

  • Vorkasse-Karten nutzen

    Einige Kreditkartengesellschaften bieten die Möglichkeit, sogenannte Prepaid-Kreditkarten zu erwerben. Der Vorteil: Damit können Sie nur Waren und Dienstleistungen bis zu dem Betrag erwerben, den Sie zuvor auf das Kreditkartenkonto eingezahlt haben.

  • Zahlung per Handy - aber sicher!

    Immer beliebter werden Bankgeschäfte mit dem Handy. Wer dafür das weitverbreitete mobile TAN-Verfahren nutzt, darf sich keine Transaktionsnummern auf das Handy schicken lassen, mit dem er die Bankgeschäfte erledigt. So steht es in den Nutzungsbedingungen der meisten Geldhäuser. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Handy-Diebe relativ leicht einen Zugang zum Bankkonto verschaffen können.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 15.12.2014 | 20:15 Uhr