Stand: 28.05.2013 15:45 Uhr  | Archiv

Die letzte Fahrt der "Georg Büchner"

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Viele Menschen haben sich am Sonntag vor der "Georg Büchner" versammelt, um das Schiff zu verabschieden.

Das ehemalige Ausbildungs- und Hotelschiff im Rostocker Stadthafen, die "Georg Büchner", ist am Dienstagmorgen aus dem Stadthafen geschleppt worden. Rund 200 Rostocker verfolgten die letzten Arbeiten. Die Stadt als Eigentümer hat den Frachter zur Verschrottung freigegeben, weil kein Geld da ist, um das Schiff zu unterhalten.

"Georg Büchner" aus dem Hafen verabschiedet

Etwa 300 Menschen, darunter auch Seeleute, die auf dem Schiff ausgebildet worden waren oder dort gearbeitet hatten, hatten sich bereits am Sonntagabend im Rostocker Stadthafen getroffen, um vor dem Schiff ein letztes Foto zu machen. Nach vorbereitenden Arbeiten sollte das Schiff eigentlich schon am am Montagabend von Schleppern auf die Ostsee gezogen werden.

Kein Geld zur Rettung des Schiffes

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Vorbereitung zur letzten Reise: Schlepper sollen das ehemalige Hotelschiff nach Litauen bringen.

Nach Expertenschätzungen würde eine komplette Instandsetzung zehn Millionen Euro kosten. Monatelang gab es Streit um die Zukunft der "Georg Büchner". Unter anderem hatten belgische Interessenten Kaufabsichten bekundet, auch ihnen fehlte das Geld. In den 1950er-Jahren war das Schiff regelmäßig zwischen Antwerpen und dem Kongo unterwegs. Der Förderverein Traditionsschiff hatte sich 2012 gezwungen gesehen, die "Büchner" abzugeben, weil er sie nicht mehr wirtschaftlich betreiben konnte. Über den aktuellen Verkaufspreis an die neuen Eigner wurde nichts bekannt. Der Insolvenzverwalter des Fördervereins ging jüngst davon aus, dass nach Abzug aller Kosten ein sechsstelliger Betrag für die Hansestadt übrigbleiben werde.

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