Stand: 02.12.2012 11:12 Uhr  | Archiv

Brot für die Welt: Auftakt in Zarrentin

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Das Thema Landraub steht im Mittelpunkt der diesjährigen Spendenaktion Brot für die Welt.

Mit einem Gottesdienst in Zarrentin (Kreis Ludwigslust-Parchim) ist die diesjährige Spendenaktion Brot für die Welt in Mecklenburg-Vorpommern gestartet. "Land zum Leben - Grund zur Hoffnung" lautet das Motto in diesem Jahr. In dem Theaterstück "Wir haben die Erde gekränkt" zu Beginn des Gottesdienstes wurde mit eindringlichen Bildern auf das Thema Landraub aufmerksam gemacht. Im Anschluss wurde die Aktion von Landwirtschaftsminister Till Backhaus und Diakoniepastor Martin Scriba offiziell eröffnet. Der Hunger auf der Welt sei in erster Linie ein Verteilungsproblem, meinte Backhaus in seinem Grußwort. Er forderte mehr Sensibilität im Alltag für den Umgang mit Lebensmitteln. Es könne nicht sein, dass jeder Deutsche im Schnitt 81 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr wegwerfe, so Backhaus.

Investmentfonds kaufen Land - Menschen werden vertrieben

Bei Brot für die Welt wird in diesem Jahr in Gottesdiensten im ganzen Land Geld gesammelt, um Menschen zu unterstützen, die enteignet wurden, deren Existenz durch Abholzungen bedroht ist oder die unter den Interessen großer Konzerne oder korrupter Regierungsstellen leiden. Wie zum Beispiel in Guatemala, wo Nebelwälder massiv vernichtet werden und Kleinbauern die Lebensgrundlage entzogen wird. "Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte", meinte der Sprecher des Diakonischen Werkes in MV, Carsten Heinemann. Als Folge der weltweiten Finanzkrise würden Investmentfonds und private Anleger verstärkt Land kaufen - vor allem in Afrika und Lateinamerika. Die Menschen vor Ort würden vertrieben, um maximalen Gewinn abzuschöpfen.

Scriba: Energiegewinnung verdrängt Lebensmittelproduktion

Diakoniepastor Scriba wies darauf hin, dass auch in Mecklenburg-Vorpommern im großen Stil Land durch vermögende Investoren aufgekauft werde. Ökologisch problematisch sei, dass rings um den Globus auf landwirtschaftlichen Flächen immer weniger Nahrungsmittel, sondern Pflanzen für Bioenergie und Tierfutter angebaut und dass Solaranlagen auf Landwirtschaftsflächen installiert würden. Schon jetzt würden die Weizenpreise steigen, betonte der Diakonie-Landespastor.

Millionen wurden gespendet

Das Hilfswerk Brot für die Welt wurde vor 53 Jahren von evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland ins Leben gerufen. Es fördert aktuell mehr als 2.500 Projekte in den Ländern des Südens. In den hiesigen Gemeinden werden Spenden gesammelt, um die Projekte zu unterstützen. Der traditionelle Auftakt für Brot für die Welt ist immer am ersten Advent. Jedes Jahr werden Millionen Euro gespendet. Im vergangenen Jahr waren es deutschlandweit mehr als 56 Millionen Euro. Rund 560.000 Euro davon kamen aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Aktion soll auf die Idee eines mecklenburgischen Pastors zurückgehen.

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