Stand: 09.10.2017 13:00 Uhr

"Xavier": Weiter Zugausfälle und Verspätungen

Bahn-Pendler müssen sich in Mecklenburg-Vorpommern auch weiterhin auf Behinderungen und lange Wartezeiten im Zugverkehr einstellen. Vier Tage nach dem Sturmtief "Xavier" sind auch zum Wochenstart einige Bahnstrecken nicht befahrbar. Seit dem frühen Montagmorgen ist der Zugverkehr auf der Strecke von Hamburg über Schwerin nach Rostock eingleisig wieder angelaufen. Derzeit verkehren die Züge auch in der Gegenrichtung alle zwei Stunden. Allerdings müssen Reisende weiterhin mit Verspätungen rechnen - sowohl die Fern- als auch die Regionalverbindungen betreffend.

Sturmschäden.

Sturmschäden: Aufräumarbeiten gehen weiter

Nordmagazin -

Drei Tage nach Sturm "Xavier" werden die Schäden gerade in vielen Wäldern erst richtig deutlich. Auch die Bahn zwischen Neubrandenburg und Berlin fährt noch nicht.

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Züge von und nach Neubrandenburg besonders betroffen

Von Süden kommend ist Neubrandenburg auch vier Tage nach dem Sturm weiterhin nur mnit Ersatzbussen zu erreichen. Die Probleme in diesem Raum liegen sprichwörtlich in Form von abgeknickten Oberleitungsmasten auf den Gleisen. Nach Angaben der Deutschen Bahn müssen gerissende Oberleitungen ausgebessert und teilweise neue Strommasten gesetzt werden, bis der Betrieb wieder regulär aufgenommen werden kann. Von Neubrandenburg nach Berlin verkehren Ersatzbusse bis Neustrelitz. Von dort fährt der Regionalexpress Rostock - Berlin. Alternativ müssen Umwege über Pasewalk oder Güstrow in Kauf genommmen werden.

Bahnreisende kritisieren widersprüchliche Informationen

Züge von Berlin in Richtung Hamburg fahren aktuell nur eingleisig und teilweise über eine Umleitungsstrecke. Diese führt über Uelzen und Stendal, sodass Bahnreisende auf dieser Strecke etwa eine Stunde länger unterwegs sind als üblich. Einige Reisende kritisierten, dass sie nur spärliche, beziehungsweise widersprüchliche Angaben von der Deutschen Bahn erhielten. Zwischen Gadebusch und Rehna, auf der Strecke Lübeck-Güstrow-Pasewalk und zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz fahren weiterhin Ersatzbusse. Die Aufräumarbeiten werden noch einige Tage andauern. Insgesamt richteten umgekippte Bäume und heruntergerissene Äste nach Angaben der Bahn in ganz Deutschland an mehr als 500 Stellen Schäden an. Mehr als 1.000 Kilometer seien betroffen gewesen. Nach Angaben der Bahn können Tickets für die betroffenen Verbindungen bis zum 15. Oktober genutzt werden. Reisende, die ihre Fahrt nicht fortsetzen können, bekämen Hotel- oder Taxigutscheine, hieß es.

Stromversorger melden Vollzug

Nach dem Sturm "Xavier" haben Polizei, Feuerwehr und Stromversorger in Mecklenburg-Vorpommern auch am Sonntag an den entstandenen Schäden gearbeitet. Vor allem zahlreiche umgestürzte Bäume hatten am Donnerstag auf Straßen, Bahnstrecken und Stromtrassen für Behinderungen und Unterbrechungen gesorgt. Nach Angaben des Stromversorgers WEMAG konnten am Sonntag auch der letzte der zwischenzeitlich 35.000 Haushalten wieder an das Stromnetz angeschlossen werden. Zu kurzen Stromausfällen kann es jedoch wegen Reparaturarbeiten in der Region Hagenower Umland und der Prignitz weiterhin kommen, da etliche Masten und Leitungen durch den Sturm beschädigt worden waren.

Sturm beschädigt zahlreiche Stromleitungen

Bei dem Sturm waren im Nordosten zahlreiche Freileitungen unterbrochen worden. Laut WEMAG hingen in einzelnen Stromleitungen bis zu 30 umgestürzte Bäume. Mehr als 300 Trafohäuschen waren ausgefallen. Am Sonnabend waren den Angaben zufolge noch Kunden im Hagenower Umland (Klein Wolde, Clausenheim, Neu Lübtheen oder Gudow) und in der Prignitz ohne Strom. Einzelne Orte im südlichen Mecklenburg werden nach wie vor mit Hilfe von Aggregaten sichergestellt.

"Xavier" wütet über Mecklenburg-Vorpommern

Gewässer gesperrt - Warnung vor Waldspaziergängen

Auch auf dem Wasser sorgen die Nachwirkungen des Sturms für Sperrungen: Das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg erließ eine Sperre auf der Müritz-Elde Wasserstraße zwischen Dömitz und Plau, ebenso für die Störwasserstraße vom Eldedreieck bis Hohen Viecheln. Der gesamte Schweriner See inklusive aller Nebengewässer ist ebenfalls gesperrt.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) warnte davor, in den nächsten Tagen in die Wälder zu gehen. Vom Sturm entwurzelte Bäume sowie in den Baumkronen hängengebliebene Äste stellten eine erhebliche Gefahr dar. Die größte Parkanlage des Landes, der Schlosspark Ludwigslust, musste bis auf weiteres gesperrt werden. Bäume wurden entwurzelt, die Aufräumarbeiten laufen, teilt der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften mit.

Zwei Todesopfer durch umgestürzte Bäume

Der Sturm hatte Mecklenburg von Norden kommend am Donnerstag durchzogen und ein Chaos hinterlassen. Bei Karstädt (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde ein Lkw während der Fahrt auf der B 191 von einem herabstürzenden Ast getroffen. Der 51-jährige Fahrer aus dem Raum Greifswald erlitt laut Polizei tödliche Kopfverletzungen, als ein Baum auf sein Fahrerhaus fiel. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurde am Donnerstagabend ein Autofahrer leblos neben seinem Wagen gefunden. Nach Angaben der Rettungsleitstelle starb er wahrscheinlich an einem Herzinfarkt, als vor ihm ein Baum auf die Straße stürzte. Insgesamt zählte die Polizei in Westmecklenburg rund 30 sturmbedingte Verkehrsunfälle, bei denen vier Personen leicht verletzt wurden. In Hamburg und Brandenburg kamen sechs weitere Menschen in ihren Autos ums Leben, als Äste und Bäume auf die Fahrzeuge fielen. Zudem wurde in Brandenburg ein 72-Jähriger beim Entfernen von Ästen von einem Baum erschlagen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.10.2017 | 13:00 Uhr

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