Stand: 19.09.2017 14:39 Uhr

Wolfsattacken mehren sich - Bauern besorgt

Die zunehmenden Attacken von Wölfen auf Herden sorgen bei Nutztierhaltern für Beunruhigung. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres bereits 15 Vorfälle im Nordosten gezäht, bei denen 47 Schafe, Rinder und andere Nutztiere getötet und 16 verletzt wurden. Im gesamten Vorjahr habe es dagegen lediglich 14 Attacken gegeben. Das Ministerium will künftig Genetikproben so untersuchen lassen, dass die Spuren einzelnen Tieren zugeordnet werden können. Nur so ließen sich "notorisch unerwünschtes Verhalten zeigende Wölfe" erkennen, erklärte Staatssekretär Jürgen Buchwald.

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Nachts auf dem Feld: Wölfe laufen Arbeiter vor Trecker

Auf dem Landgut Pritzenow in der Gemeinde Bartow sind Martin Heidenreich nachts bei der Feldarbeit Wölfe begegnet. Der Arbeiter konnte sie vom Trecker aus filmen. Video (00:27 min)

Landwirte vermuten: Wölfe spezialisieren sich auf Vieh

Mittels einer solchen genetischen Analyse ließ sich nun belegen, dass ein Wolfsrüde in Vorpommern innerhalb von vier Monaten gleich zweimal Rinderherden attackiert und zwei Kälber getötet hat - im April in Ramin und im August in Plöwen. Die Abstammung des Tieres sei unbekannt, vermutlich handele es sich um einen Grenzgänger aus Polen, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Landwirte vermuten, dass einzelne Raubtiere ihre Scheu vor Rindern verloren und sich auf derartige Attacken spezialisiert haben. Auch Backhaus hält diesen Rüden für auffällig. Deshalb soll in Kürze entschieden werden, ob er getötet werden muss.

Lübtheener Wolf auf Beutezug an der Nordseeküste

Derweil wurde bekannt, dass ein Wolf aus dem Lübtheener Rudel Anfang September in Schleswig-Holstein Tiere angegriffen hat. Der Rüde mit der Bezeichnung "GW 781" riss 250 Kilometer von Lübtheen entfernt an der Nordsee bei St. Peter-Ording in zwei Nächten drei Schafe und verletzte zwölf weitere teilweise schwer. Zuvor hatte dieser Wolf auch Rehe in der Region gerissen. Aus welchem Wurf der Wolf stammt, ist der zuständigen Behörde zufolge nicht bekannt.

Das Wolfs-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Verbände: Ausbreitung des Wolfes eindämmen

Wölfe gesichtet

Wölfe hatten zuletzt wieder mehrfach Schafe und Rinder gerissen - neben Plöwen auch in Schlesin und Eldena (Landkreis Ludwigslust-Parchim) sowie Prerow (Landkreis Vorpommern-Rügen). Zuletzt sorgte ein Vorfall aus Vorpommern für weitere Beunruhigung. Zwei mutmaßliche Wölfe "begleiteten" einen Raupenschlaupper nachts bei der Feldarbeit anderthalb Stunden lang. Aus Bauern- und Jagdkreisen sind zuletzt wieder vermehrt Forderungen laut geworden, den Schutzstatus der Raubtiere einzuschränken, "Problemwölfe" erschießen zu dürfen und eine Wolfsobergrenze einzuführen. Am 29. September planen Bauern ein Mahnfeuer in Plöwen.

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Landwirt bei Ernte von Wölfen "begleitet"

In Vorpommern hat ein Landwirt bei Erntearbeiten eine besondere Begegnung erlebt: Zwei Wölfe, so mutmaßt er, tauchten plötzlich auf und begleiteten ihn anderthalb Stunden lang. Ein typisches Verhalten? (15.09.2017) mehr

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Eldena: Ein Dorf in Angst vor dem Wolf

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Nutztier-Risse: Tests belegen Wolfsattacken

Die jüngsten Attacken auf Schafe und Rinderherden in Mecklenburg-Vorpommern sind von Wölfen verübt worden. Dies hätten genetische Tests ergeben, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. (29.08.2017) mehr

Wolfswelpen in Fotofalle getappt

Fotos beweisen, dass zum Wolfsrudel in der Lübtheener Heide in diesem Jahr mindestens vier Welpen gehören. Das Rudel hatte seit 2014 jedes Jahr Nachwuchs. (08.08.2017) mehr

Dossier: Die Wölfe sind zurück

Lange galten sie als ausgestorben, doch inzwischen sind sie zurück in Niedersachsen: die Wölfe. Was viele Umweltschützer begeistert, bereitet Landwirten Sorge. Ein Dossier über die Raubtiere. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.09.2017 | 14:00 Uhr

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