Stand: 06.02.2016 13:59 Uhr

Windkraft-Gegner wehren sich gegen "Wismarer Appell"

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Michael Roolf (4. v.l.) fordert unter anderem, das Erneuerbare-Energien-Gesetz abzuschaffen.

Insgesamt 50 Vertreter von Bürgerinitiativen aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben am Sonnabend bei einer gemeinsamen Konferenz in Wismar einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) veröffentlicht. Man wolle ein Signal gegen den "Wismarer Appell" der norddeutschen Regierungschefs setzen, so Michael Roolf vom Aktionsbündnis "Freier Horizont". Ein weiterer unbegrenzter Ausbau von Windkraft-Anlagen entspreche nicht dem Willen der Bürger, sagte Roolf.

Abschaffung des EEG gefordert

Nach Ansicht der Bürgerinitiativen werden die norddeutschen Landschaften durch den Bau von Windkraftanlagen sinnlos ausgebeutet und zerstört. "Daher fordern wir eine bundesweit einheitliche Abstandsregelung zwischen jedweder Wohnbebauung und Windkraftanlagen, die mindestens dem zehnfachen der Anlagenhöhe entspricht", heißt es in dem Schreiben. Außerdem verlangen sie, das Erneuerbare-Energien-Gesetz abzuschaffen. Zu den Teilnehmern der Konferenz gehörten neben Vertretern der Organisation "Freier Horizont" aus Mecklenburg-Vorpommern auch die Aktion "Vernunftkraft" aus Niedersachsen und der Landesverband "Für Mensch und Natur - Gegenwind" aus Schleswig-Holstein.

Protest gegen "Wismarer Appell"

Ende Januar hatten sich die norddeutschen Regierungschefs in Wismar zu einem Windenergie-Gipfel getroffen. Gemeinsam mit dem Bundesverband Windenergie, dem Arbeitgeberverband Nordmetall und der IG Metall Küste forderten sie in ihrem "Wismarer Appell" den weiteren Windkraft-Ausbau. Es solle daran festgehalten werden, an Land zusätzlich Windräder mit einer Jahresleistung von 2,5 Gigawatt zu bauen. Auch auf See sollen künftig zwei bis drei Windparks pro Jahr neu ans Netz gehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.02.2016 | 14:00 Uhr