Stand: 21.06.2017 13:56 Uhr

Wertvolles Geschirr in Schweriner Museum

Bild vergrößern
Das wertvolle Geschirr wird im Schloss Ludwigslust ausgestellt.

Das Staatliche Museum Schwerin ist um ein wertvolles Ausstellungsstück reicher, das aus den USA nach Schwerin zurückgekehrt ist. Am Vormittag wurde das sogenannte Goldene Déjeuner im Museum vorgestellt. Das 13-teilige goldene Frühstückservice gehört zum Brautschatz der Großfürstin Helena Pawlowna (1784-1803). Es besteht aus Kaffee- und Teekanne, Milchgießer, Zuckergefäß, Spülkumme, sechs Teelöffeln, Zuckerzange und einem Tablett.

Service fast vollständig erhalten

Der Petersburger Goldschmied Iwar Wenfeldt Buch hatte es im Jahr 1799 erschaffen. Laut der Leiterin der Abteilung Kunsthandwerk, Karin Möller, ist der Satz bis auf ein Teesieb und den Deckel der Zuckerdose vollständig erhalten. "Das allein ist eine Sensation", sagte sie. Allerdings sollen auch noch Porzellantassen und möglicherweise ein Tisch dazugehört haben.

Ankauf mit Unterstützung

Rund 1,2 Millionen Euro haben unter anderem das Land, die Ernst von Siemens Stiftung, die Kulturstiftung der Länder und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung dafür zusammengetragen. Das goldene Service habe eine große Relevanz für Mecklenburg Vorpommern, so Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Das klassizistische Set stehe für eine enge Verbindung von Russland und Mecklenburg.

Das mecklenburgische Versailles

Kostbarkeit wird in Ludwigslust gezeigt

Das Goldene Déjeuner gehört zu der Mitgift der russichen Großfürstin Helena Pawlowna. Diese hatte im Jahre 1800 den Erbprinzen Friedrich Ludwig zu Mecklenburg im Alter von 14 Jahren in Sankt Petersburg geheiratet. Anschließend lebte das Paar im Schloss Ludwigslust - bis zum frühen Tod Helena Pawlownas. Dort soll das Geschirr auch wieder in einer Spezialvitrine ausgestellt werden, sobald der Westflügel saniert ist.

Brodkorb kündigt weitere Ankäufe an

Finanzminister Brodkorb sagte, es werde gefragt werden, ob der Ankauf mehr als eine Million Euro wert sei. Das Land wolle den Besuchern der Staatlichen Schlösser Ludwigslust, Güstrow und Schwerin attraktive Sammlungen anbieten. "Für die meisten Besucher ist es von besonderem Interesse, historisch authentische Einrichtungsgegenstände sehen zu können", argumentierte er. "Es wird nicht der letzte größere Ankauf sein."

Von Europa nach Amerika und zurück

Das Angebot kam vor rund zwei Jahren vom Auktionshaus Christie's aus New York. Dieses hatte das Goldene Déjeuner aus einer Nachlassverwaltung erhalten. Das Service soll sich seit 1942 im Besitz einer Familie in den USA befunden haben, die es dem Auktionshaus anbot. Im August 2015 habe Christie's im Schweriner Museum Hintergründe zu dem Kunstwerk erfragt, sagte Möller. Damit sei der Ankauf angeschoben worden. Zuvor war das Service mehr als 100 Jahre bis 1931 im Besitz des herzoglichen Hauses von Sachsen-Altenburg gewesen, in das die Tochter Helena Pawlownas eingeheiratet hatte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.06.2017 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

00:47

Landtag bespricht Gesetz zum Finanzausgleich

18.10.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:27

Glawe gibt Krankenhäusern Bestandsgarantie

18.10.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
00:48

Demonstration zum Namensstreit an Uni Greifswald

18.10.2017 19:30 Uhr
NDR Fernsehen