Stand: 24.04.2016 14:37 Uhr

Weiter großes Interesse an DDR-Aufarbeitung

Auch 25 Jahre nach dem Ende der DDR ist das Interesse an der Aufarbeitung der SED-Diktatur noch immer groß. Mit diesem Fazit endete am Sonntag der 20. Bundeskongress der Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen in Rostock. Angereist waren rund 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland, darunter auch zahlreiche Vertreter von Opferverbänden.

Drescher: Eigenverantwortliches Handeln noch nicht so ausgeprägt

Die Folgen dieser Ein-Parteien-Diktatur nach sowjetischem Vorbild seien bis heute im Wahlverhalten und in politischen Auffassungen in den ostdeutschen Ländern zu spüren, sagte die Konferenzleiterin und Landesbeauftragte für die Stasi-Akten in Mecklenburg-Vorpommern, Anne Drescher. So gebe es im Osten Deutschlands immer noch eine ausgeprägte Anspruchshaltung, dass der Staat etwas übernehmen muss, so Drescher zum Auftakt. Das eigenverantwortliche Handeln in einer Demokratie sei im Osten als Folge der Diktatur noch nicht so ausgeprägt. Die Landesbeauftragten sehen es weiterhin als ihre Aufgabe an, gerade jüngere Generationen über die historischen Ereignisse aufzuklären.

33.000 Anträge auf Entschädigung und Rehabilitation

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) hält die Aufarbeitung weiterhin für dringend geboten. "Insgesamt knapp 33.000 Anträge auf Entschädigung und Rehabilitation wurden in Mecklenburg-Vorpommern seit 1992 gestellt", sagte die für die Rehabilitation von SED-Opfern zuständige Ministerin in Rostock. Jeder fünfte Antrag sei dabei der Wunsch nach einer SED-Opferrente gewesen.

Nahezu alle Anträge auf Haft-Entschädigung genehmigt

Nach Ministeriumsangaben ging es bei 13.000 Anträgen um berufliche Rehabilitation. Gut die Hälfte sei positiv beschieden worden. Nahezu alle der 12.800 Anträge auf Entschädigung für zu Unrecht erlittene Haft seien genehmigt worden. Darüber hinaus seien 4.700 der 6.900 Anträge auf SED-Opferrente positiv beschieden worden. Insgesamt hat das Land den Angaben zufolge 2015 für die Rehabilitierung knapp 4,9 Millionen Euro gezahlt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.04.2016 | 15:00 Uhr

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