Stand: 25.02.2016 15:47 Uhr

Wehrbeauftragter fordert neue Patriot-Systeme

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Thorsten Albig und Erwin Sellering (beide SPD) dankten den Soldaten für ihren NATO-Einsatz in der Türkei.

Mit einem feierlichen Appell ist der drei Jahre dauernde Patriot-Einsatz in der Türkei offiziell beendet worden. Politiker und führende Militärs dankten in Sanitz den rund 500 Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders. Es sei nicht leicht gewesen, in ständiger Alarmbereitschaft, immer wachsam und aufmerksam zu sein, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Es sei großes Glück, dass nichts passiert und "ihr Einsatz nicht zu einem Kampfeinsatz geworden ist".

Schutz vor Raketen aus Syrien

Die Patriot-Waffensysteme der Bundeswehr waren Teil eines NATO-Einsatzes in der Türkei, an dem Einheiten aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein teilnahmen. Die Aufgabe der Soldaten lag in der Überwachung des syrischen Luftraums und im Schutz der Türkei vor möglichen Raketenangriffen. Der Einsatz dauerte von Dezember 2012 bis Dezember 2015. Er erfolgte gemeinsam mit niederländischen und US-amerikanischen Soldaten. Im Januar 2016 waren die Patriot-Systeme nach Norddeutschland zurückgekehrt.

Albig warnt vor Überforderung

Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig (SPD) zeigte sich zuversichtlich: "Das Geschwader hat sich bewährt und bewiesen: das Nato-Bündnissystem ist intakt." Zugleich warnte er vor einer dauerhaften Überforderung der Bundeswehr durch häufigere Auslandseinsätze. "Wir brauchen eine Bundeswehr, die materiell und personell auf der Höhe ist. Unser Frieden und unsere Freiheit sollten uns das wert sein", sagte er.

Wehrbeauftragter: Brauchen neue Patriot-Systeme

Auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), forderte eine bessere Ausstattung der Bundeswehr. Die Flugabwehrraketen würden auch künftig gebraucht. Die Annexion der Krim im Frühjahr 2014 zeige, dass die Lage nicht mehr spannungsfrei sei. Bartels forderte 14 neue Patriot-Abwehrsysteme. Soldaten des Geschwaders sagten am Rande der Veranstaltung, dass die derzeitigen Systeme veraltet seien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.02.2016 | 16:00 Uhr