Stand: 30.06.2017 17:44 Uhr

Unimedizin Greifswald verringert Defizit

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Die Universitätsmedizin Greifswald ist größter Arbeitgeber Vorpommerns. (Archivbild)

Die Universitätsmedizin Greifswald hat 2016 ein geringeres Defizit verbucht als im Vorjahr. Das Minus von 7,9 Millionen Euro sei gegenüber dem Vorjahr mit einem Defizit von 14,3 Millionen Euro eine Verbesserung. "Wir haben erfolgreich mit der Konsolidierung begonnen, aber der Weg ist noch nicht zu Ende", sagte der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin, Professor Max Baur, am Freitag in Greifswald.

Mehr Patienten, mehr Umsatz

Nach Angaben von Vorstandsmitglied Marie le Claire konnte das Klinikum im vergangenen Jahr mehr Patienten versorgen und dadurch den Umsatz steigern rund 233 Millionen Euro steigern. "Die Einnahmen der Universitätsmedizin Greifswald sind insbesondere dadurch gestiegen, dass wir mehr Fälle und auch schwerkranke Fälle behandeln konnten" so le Claire. 2019 will das Klinikum - mit rund 5.000 Beschäftigten und 21 Fachkliniken der größte Arbeitgeber Vorpommerns - die "schwarze Null" erreichen.

Erstmals mehr als 1.000 Geburten

Als Hauptgrund für die Steigeurng des Umsatzes und damit das Sinken des Defizits nannte le Claire die steigenden Patientenzahlen in den Fachbereichen Innere Medizin, Chirurgie, Kinderheilkunde und Gynäkologie. Erstmals kamen mit insgesamt 1.155 Kindern mehr als 1.000 Jungen und Mädchen zur Welt. Dies dürfte auch der Schließung der Geburtenstation in Wolgast geschuldet sein. Zudem seien Ausgabensteigerungen beim Personal gedämpft, Strukturen verschlankt und Einsparungen bei Material und Mietkosten für Geräte erzielt worden.

36.000 stationäre Patienten

Insgesamt wurden demnach 2016 knapp 36.000 Patienten vollstationär und 117.000 Patienten ambulant behandelt. Die Ärzte versorgten 37.000 Notfälle. Das Klinikum gab tarifbedingt rund 7,1 Millionen Euro mehr aus als im Vorjahr. Der Sanierungsprozess sei eine Investition in die Zukunft. "Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht die Patientenversorgung aus dem Blick verlieren", mahnte Baur.

Seit 2011 fast 40 Millionen Euro Defizit

Seit 2011 - mit Ausnahme von 2013 - erwirtschaftete das Klinikum ein Gesamtdefizit von 39,2 Millionen Euro. Das Land hat dem landeseigenen Klinikum 2015 einen Kreditrahmen in Höhe von 52 Millionen Euro eingeräumt. Die Liquidität sei verbessert worden, erstmals seien in diesem Jahr für einige Tage keine Kredite mehr notwendig gewesen, so le Claire. Gegen einen Vergleich mit der nicht-defizitären Universitätsmedizin Rostock verwahrte sich der Vorstand. Denn die Universitätsmedizin Greifswald liege in einer ländlich geprägten Region, für die das Klinikum eine teure, hochqualifizierte Infrastruktur vorhalten müsse.

Dank an Berater

Wissenschaftsministerin Birgit Hesse (SPD) hatte der Greifswalder Universitätsmedizin nach der Abberufung des Ärztlichen Direktors Thorsten Wygold im Februar einen Berater der Universitätsmedizin Rostock zur Seite gestellt. Er soll die Greifswalder Klinik bei der Sanierung unterstützen. Für die Zusammenarbeit sei man sehr dankbar, sagte Baur.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.06.2017 | 18:30 Uhr

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