Stand: 15.02.2016 07:00 Uhr

Uniklinik Greifswald weiter in roten Zahlen

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Finanzministerin Heike Polzin (SPD) greift der Klinik unter die Arme und erweitert den Kreditrahmen.

Die landeseigene Uniklinik Greifswald hat nach NDR Informationen erneut mit einem Millionen-Minus zu kämpfen. Nach den Verlusten von 2014 in Höhe von 13,5 Millionen Euro ist das Krankenhaus auch im vergangenen Jahr nicht aus den roten Zahlen herausgekommen. Als Konsequenz stockt das Land seine Finanzhilfen erneut auf.

Finanzministerin Heike Polzin (SPD) nutzt eine Ermächtigung im Landeshaushalt und erweitert den Kreditrahmen noch einmal um weitere 19 Millionen Euro. Offenbar geht es darum, die Finanzen der Klinik flüssig zu halten.

Bis 52 Millionen Euro zinsfreier Kredit

Im laufenden Jahr kann die Geschäftsführung so über eine Summe von bis zu 52 Millionen Euro zinsfrei verfügen - zu Lasten des Landes. Geld, das dringend nötig scheint: 2015 hat die Uni-Klinik den seinerzeit gewährten Kreditrahmen fast vollständig ausgeschöpft, von 33 Millionen Euro wurden rund 30,5 Millionen tatsächlich gebraucht. Darüber hat das Ministerium nach eigenen Angaben jetzt auch den Finanzausschuss des Landtags informiert.

Wann wird das Geld zurückgezahlt?

Wann und ob das Geld zurückgezahlt wird, ist offen. Möglicherweise muss das Land einen Teil der Summe abschreiben. Aufsichtsratsvorsitzender der Universitätsmedizin ist der Staatssekretär im Bildungsministerium, Sebastian Schröder (SPD), Mitglied in dem Kontrollgremium ist sein Kollege aus dem Finanzministerium, Peter Bäumer (parteilos).

Geschäftsführung hält sich bedeckt

Die Geschäftsführung der Klinik geht augenscheinlich auf Tauchstation: Die kaufmännische Geschäftsführerin Marie le Claire hat sich auf Anfrage von NDR 1 Radio MV vom vergangenen Mittwoch bisher nicht geäußert. Ungeklärt bleibt deshalb auch, wie das angekündigte Sparpaket aussieht. Im Raum stehen eine Schließung von teuren OP-Sälen und Kürzungen beim Personal.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.02.2015 | 07:00 Uhr