Stand: 02.02.2016 17:18 Uhr

Umweltschützer wollen mehr "Bio aus MV"

Bild vergrößern
Nach dem Willen des BUND soll der Öko-Landbau in MV ausgebaut werden. (Archivbild)

Die Umweltschutzorganisation BUND in Mecklenburg-Vorpommern hat ein Aktionsprogramm für "Mehr Bio aus MV" vorgestellt. Das Ziel: Bis 2020 sollen 20 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Nordosten ökologisch bewirtschaftet werden. Basierend auf einer Studie gibt der BUND 43 Empfehlungen, wie die Landwirtschaft im Nordosten in Zukunft ökologischer werden kann.

Mehr hochwertige Verarbeitung

Nach Meinung des BUND gibt es hierzulande zu wenige Biobetriebe, die zudem nicht das Richtige produzieren. "Vor allem Gemüse und hochverarbeitete Produkte fehlen", sagte BUND-Agrarreferent Burkhard Roloff am Dienstag in Schwerin. Allein mit Rindern und Roggen sei kein Geld zu verdienen, weil die Wertschöpfung durch verarbeitende Betriebe in anderen Bundesländern erfolge. Es seien geeignete Strategien notwendig, um Bio-Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern bekannter zu machen. Dies könne beispielsweise über eine eigene Biomarke "Bio aus MV“ und ein Beratungsprogramm für Bauern geschehen, die überlegen, auf Biolandbau umzustellen.

Kompetenzzentrum soll Beratung koordinieren

Ein eigens dafür eingerichtetes Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau solle die Beratung besser koordinieren und länderübergreifend Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Als Vorbild könnte Bayern dienen, wo sich 17 Mitarbeiter um die Kommunikation rund um den Ökolandbau kümmerten, so Roloff. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hatte im Dezember vier Stellen ausgeschrieben. Der BUND kritisierte zudem, dass es im Land keine Möglichkeit für eine Ausbildung zum Öko-Landwirt gebe. Um die Forschung zu verbessern, sollte das landeseigene Gut Dummerstorf bei Rostock auf Ökolandbau umgestellt werden. Es könnte zum Mustergut und Standort für angewandte Öko-Forschung werden.

Backhaus: Alter Wein in neuen Schläuchen

Das Landwirtschaftsministerium hatte erst im Dezember eine eigene Landesstrategie vorgestellt, wie der ökologische Landbau gestärkt werden könnte. Roloff kritisierte, das Landesprogramm des Ministeriums lasse so Manches vermissen, was hierzulande nötig sei. Vieles darin hätten die Umweltverbände seit Jahren gefordert, sie seien aber nicht gehört worden. Roloff sieht das Aktionsprogramm des BUND als Diskussionsangebot an die Agrarpolitik und die Verbände.

Landwirtschaftsminister Backhaus sagte, das Aktionsprogramm des BUND sei alter Wein in neuen Schläuchen. 20 Prozent Fläche für Ökolandbau in den kommenden Jahren sei schlichtweg "utopisch". Eine Umstellung müsse sich für die Betriebe auch rechnen.

Weitere Informationen

Neues Konzept für Öko-Landbau in MV

Mecklenburg-Vorpommern will den ökologischen Landbau stärken und weiterentwickeln. Agrarminister Backhaus hat dazu eine Landesstrategie bis zum Jahr 2020 vorgestellt. mehr

Bauernverband in MV startet "Big Brother" im Kuhstall

Mehr Sachlichkeit in der Debatte über Nutztierhaltung: Mit diesem Ziel hat der Bauernverband in Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag die erste Kuhstall-Webcam in MV gestartet. mehr

Studie: MV ist "Land der Megaställe"

Weniger Tiere als in anderen Bundesländern, dafür umso größere Ställe: Mecklenburg-Vorpommern wird im "Fleischatlas" der Böll-Stiftung als "Land der Megaställe" bezeichnet - und heftig kritisiert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.02.2016 | 17:00 Uhr