Stand: 04.09.2017 15:33 Uhr

Umweltausgleich: Land kommt Nord Stream entgegen

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Die Pipeline verläuft durch russische, finnische, dänische und schwedische Gewässer. (Archivbild)

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern will der Nord Stream AG beim Umweltausgleich für den geplanten Bau des zweiten Strangs der Ostsee-Pipeline entgegenkommen. Wie aus einem Schreiben des Umweltministeriums hervorgeht, beabsichtigt das Land, die Natura2000-Gebiete-Landesverordnung zu ändern. So soll das Naturschutzgebiet Westrügensche Boddenlandschaft mit Hiddensee um 50 Hektar vor der Südwestküste Rügens erweitert werden.

Streitpunkt Ausgleichsflächen

Durch diese Maßnahme müsste auf Rügen möglicherweise nicht mehr auf Ackerland als Ausgleichsfläche zurückgegriffen werden. Über diesen Punkt hatte es zuletzt Streit gegeben. Landwirte bezeichneten die Umwandlung von Acker- in Grünland als Umweltausgleich als inakzeptabel und kündigten dagegen Widerstand an.

WWF kritisiert: Keine hinreichende Begründung

Der Umweltverband WWF sieht den Vorstoß der Landesregierung skeptisch und kritisiert, Naturschutzgebiete einfach aufgrund von Investorenwünschen zu erweitern. Aus dem Schreiben gehe nicht hervor, warum gerade dieses neue Gebiet vor Rügen besonders schützenswert sei, sagte der Leiter des WWF-Ostseebüros in Stralsund, Jochen Lamp, NDR 1 Radio MV.

Einwände bis 22. September möglich

Gemeinden, Ämter und Träger öffentlicher Belange können zu dem Änderungsentwurf der Natura-2000-Gebiete der Landesregierung bis zum 22. September Stellung nehmen und Einwände vortragen. Derweil muss das Bergamt Stralsund prüfen, ob die neue Nordstream-Pipeline überhaupt verlegt werden kann. Erst wenn die Behörde die Genehmigung erteilt, wird ermittelt, ob und welche Ausgleichsflächen benötigt werden. Nord Stream geht davon aus, dass es letztendlich eine Genehmigung geben wird und will schon im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen. In Sassnitz und im finnischen Kotka werden bereits die Rohre mit Beton ummantelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.09.2017 | 17:10 Uhr

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