Stand: 14.07.2017 14:15 Uhr

Tierheime besorgt über geringere Förderung

Der Tierschutzbund Mecklenburg-Vorpommern sorgt sich um die Zukunft seiner 24 Tierheime im Land. Hintergrund ist die Verabschiedung des Entwurfs für den Doppelhaushalt 2018 und 2019 durch die Landesregierung in dieser Woche. Dieser sieht eine Kürzung der Finanzierung für die Tierheime vor. Statt mit bis zu 90 Prozent sollen Investitionen der Tierheime künftig nur noch mit bis zu 50 Prozent durch das Landwirtschaftsministerium gefördert werden. Dadurch steigt der Eigenanteil der Tierheime. "Das können sich die Einrichtungen nicht leisten", so die Vorsitzende des Tierschutzbundes in Mecklenburg-Vorpommern, Kerstin Lenz.

Auch Geld für Kastrationen gestrichen

Dies stellt die Arbeit der Tierheime laut Lenz vor große Probleme. Denn Investitionen seien nötig. So sei etwa die Zahl der Katzen, die von Tierheimen des Tierschutzbundes betreut werden, innerhalb von zwei Jahren um das Dreifache auf 6.600 gestiegen. Auch für die Kastration frei lebender Katzen ist im Entwurf für den Doppelhaushalt des Landes kein Geld mehr vorgesehen. Bis zuletzt hatte das Landwirtschaftsministerium 20.000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt und damit die Kastration von 500 Tieren ermöglicht. Man sei interessiert das Projekt fortzuführen, hieß es vom Ministerium. Wie, ist allerdings noch offen.

Kommunen bekommen mehr Geld

Das Landwirtschaftsministerium begründet die Kürzung der Förderung mit Verweis auf das geplante Finanzausgleichsgesetz. Dadurch bekämen die Kommunen mehr Geld vom Land. Man erwarte, dass diese Gelder auch zugunsten der Tierheime eingesetzt werden, hieß es vom Landwirtschaftsministerium auf Anfrage von NDR 1 Radio MV. Angesichts der desolaten Haushaltslage in vielen Städten und Kreisen fürchtet der Tierschutzbund, dass die Kommunen künftig nicht mehr Geld für Tierheime bereitstellen könnten. Das Land ziehe sich aus der Verantwortung für den Tierschutz zurück und verschärfe die Situation der Tierheime, meint auch der Städte- und Gemeindetag. Es sei nicht klar, wie die Tierheime künftige Investitionen finanzieren sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.07.2017 | 12:00 Uhr

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