Stand: 28.01.2015 14:31 Uhr

Theater Rostock kämpft für seine vier Sparten

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"Zwei vor zwölf" für den Erhalt des Theaters: Schauspieler Peter Sodann unterstützte die Initiative mit einer Rede.

Auf dem Neuen Markt in Rostock haben am Mittwoch rund 500 Menschen für den Erhalt des Volkstheaters Rostock mit seinen vier Sparten protestiert. Aus reiner Berechnung würde dieser Reichtum von der Politik aufgegeben, sagte der Schauspieler Peter Sodann bei widrigen Wetterbedingungen. Bald werde es eine Generation geben, die nichts mehr von dem Verlust wisse und die nichts von dem Reichtum ahne, den die Gesellschaft einmal besaß, sagte Sodann. Die private "Initiative Volkstheater" hatte zu der Kundgebung aufgerufen.

Hübner: Brodkorb, ein Minister, der die Kultur abschafft

Das Theater brauche nicht mehr Geld, sondern Zeit, sagte "Polizeiruf"-Kommissar Charly Hübner, der die Schirmherrschaft übernommen hat, in einem Videobeitrag. Die Eile, mit der Land und Stadt ihre Entscheidung durchboxten, sei unverständlich. Brodkorb sei auf dem Weg, aus einem Minister, der Kultur fördern soll, ein Minister zu werden, der Kultur abgeschafft hat, sagte Hübner.

Kultusministerium beharrt auf Spartenschließung

Ursprünglich wollte die Rostocker Bürgerschaft an diesem Mittwoch über Pläne entscheiden, die aus dem Vier- ein Zwei-Sparten-Theater machen würden. Das Tanz- und Musiktheater würde gestrichen. Zu Beginn der Sitzung wurde dieser Tagesordnungspunkt aber gestrichen. Seit Monaten wird zäh um die Zukunft des Volkstheaters gerungen. Die Stadtspitze und Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) wollen zwei Sparten (Musiktheater und Ballett) schließen, um das Theater bei sinkenden Zuschüsse halten zu können. Das Theater bekommt pro Jahr 16,6 Millionen Euro von Stadt und Land.

Methling fordert Stukturentscheidungen

Intendant Sewan Latchinian sieht das Theater dagegen auf einem guten Weg. Das Theater brauche nicht mehr Geld, sondern Zeit, so Latchinian. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zeigte Verständnis für das Engagement der Unterstützer. Andererseits müsse er an das Gesamtwohl der Stadt denken. Seit 20 Jahren dauere der Streit und damit das Ausbluten des Ensembles schon an. Ohne Strukturentscheidungen zu treffen, werde man spätestens in fünf oder sechs Jahren die Quittung dafür erhalten, so Methling

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.01.2015 | 14:00 Uhr

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