Stand: 29.01.2016 10:51 Uhr

Sellering: "Arbeit ist der Schlüssel zur Integration"

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Sieht sein Bundesland gut aufgestellt, doch die Integration beginne nun erst: Erwin Sellering (SPD) im Interview mit NDR 1 Radio MV.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat nach der Einigung der Großen Koalition zum sogenannten "Asylpaket II" mehr Unterstützung des Bundes für die Länder gefordert. Integration könne nur gelingen, sagte Sellering im Interview mit NDR 1 Radio MV, wenn die Zahl der Flüchtlinge nicht zu groß sei. Zudem sei der Zugang zum Arbeitsmarkt ein Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration.

Die SPD-Länder hatten zuvor milliardenschwere Hilfen vom Bund gefordert, um die Integration finanzieren zu können. Sellering betonte, dass die gegründete Arbeitsgruppe von Bund und Ländern bis Ende März ein Konzept ausarbeiten werde, wie eine Unterstützung aussehen könnte. Zu der genannten Summe von fünf bis sieben Milliarden Euro wollte er sich nicht äußern.

"Bundesregierung muss Zahl der Flüchtlinge begrenzen"

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Der Ministerpräsident lobte die Fortschritte der Flüchtlingsarbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Es sei eine große Belastung, doch MV sei gut aufgestellt. Niemand müsse in Zelten schlafen, so Sellering. Andere Länder seien mehr betroffen. Zudem gebe es eine Rückkehr zu einem geordneten Verfahren bei der Anerkennung von Asylbewerbern. Deutliche Kritik übte Sellering an Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) im Bezug auf die Zahl der Flüchtlinge. Die Bundesregierung hätte früher eingreifen und die Zahl der Ankommenden begrenzen müssen.

Die Integration beginne jetzt erst, sagte der SPD-Politiker abschließend. Der Schlüssel zum Erfolg sei eindeutig die Einbindung in den Arbeitsmarkt. Natürlich brauche jedes Kind einen Kita- oder Schulplatz, doch Integration könne nur gelingen, wenn man den Menschen die Möglichkeit gebe, zu arbeiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.01.2016 | 12:00 Uhr