Stand: 25.09.2017 00:18 Uhr

Schwesig: "Ganz schlimmes Ergebnis für SPD"

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Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig sprach von einem "ganz schlimmen Ergebnis" für die SPD.

Angesichts des schlechten Abschneidens der SPD bei der Bundestagswahl hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von einer schweren Niederlage ihrer Partei gesprochen. Es sei ein schlimmes Ergebnis, so die SPD-Vizevorsitzende. Sie kündigte an, die SPD werde in die Opposition gehen: "Wir werden den Oppositionsauftrag der Wähler annehmen." Landesenergieminister Christian Pegel (SPD) sieht die Verantwortung für die Wahlniederlage der SPD bei der Bundestagswahl bei der Bundespartei. Im vergangenen Herbst habe die SPD die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern deutlich gewonnen.

Die Union wird laut dem vorläufigen amtlichen Ergebnis mit 32,9 Prozent erneut stärkste Kraft. Die SPD kommt auf 20,5 Prozent. Auf Platz drei folgt die AfD mit 12,6 Prozent vor der FDP (10,7%), den Linken (9,2%) und den Grünen (8,9%).

Ergebnisse

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Kokert irritiert von SPD-Oppositions-Ankündigung

Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Vincent Kokert sieht trotz der Stimmenverluste für seine Partei die Union weiterhin als die Führungskraft in Deutschland. "Klar ist, wir haben einen Regierungsauftrag. Angela Merkel kann Kanzlerin bleiben. Gegen uns kann keine Regierung gebildet werden", sagte Kokert am Sonntagabend in Schwerin. Verwundert zeigte er sich über die Ankündigung der SPD noch am Wahlabend, in die Opposition zu gehen. "Das hat es so noch nicht gegeben", sagte Kokert.

AfD-Spitzenkandidat Holm sehr zufrieden

Leif-Erik Holm, Spitzenkandidat der AfD, hat sein Ziel, Angela Merkel das Direktmandat in Vorpommern abzunehmen, zwar deutlich verfehlt, dennoch zieht er über die Landesliste in den Bundestag ein. Mit dem AfD-Ergebnis zeigte er sich sehr zufrieden: "Wir haben gesehen, wie die Stimmung an unseren Wahlkampfständen in den letzten Wochen immer besser wurde", sagte der Politiker. Er habe erlebt, "wie händeringend sich die Menschen nach einer Alternative im Bundestag sehnen".

Linken-Chefin Bluhm: "Riesen-Rechtsruck"

Mecklenburg-Vorpommerns Linken-Chefin Heidrun Bluhm sieht angesichts des starken Ergebnisses der AfD Verwerfungen in der Bundespolitik. "Wir werden ein völlig anderes Parlament haben, wir haben einen Riesen-Rechtsruck", sagte Bluhm. Dies sei gerade für die Linke eine Herausforderung. "Wir werden die wirkliche linke Alternative für die Gesellschaft darstellen."

Grünen-Landeschefin Müller will mit MV-Blick nach Berlin

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Claudia Müller, dürfte trotz eines erneut niedrigen Landesergebnisses in den Bundestag einziehen. Sie will grüne Themen aus dem Nordosten nach Berlin tragen: "Dass zum Beispiel, wenn über Mobilität gesprochen wird, über Bahnverkehr, nicht vergessen wird, dass es hier auch darum geht, Struktur zu erhalten und im Zweifelsfall auch auszubauen." Außerdem will sie den Blick "aus dem Bundesland mit den niedrigsten Löhnen und einer hohen Kinderarmut" in die Bundeshauptstadt bringen.

FDP-Spitzenkandidat Reinhold: "Mit Themen durchgedrungen"

Der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag hat auch bei den Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern große Freude ausgelöst. "Das Ergebnis zeigt, dass wir mit unseren Themen bei den Menschen durchgedrungen sind", sagte FDP-Spitzenkandidat Hagen Reinhold. Die FDP habe sich mit ihren zukunftsgerichteten Angeboten klar abgesetzt von den anderen Parteien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.09.2017 | 19:30 Uhr

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