Stand: 28.08.2017 19:35 Uhr

Schwesig: Bund und Länder müssen kooperieren

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die deutschen Kitas zu wenig Personal bescheinigt, hat eine Debatte über die Qualität der Kinderbetreuung in Deutschland ausgelöst. Das Verhältnis zwischen Betreuern und Kindern - hat sich in den letzten Jahren im Bundesdurchschnitt zwar verbessert, in Krippen wie in Kindergärten. Aber es gibt Länder, in denen ist das Verhältnis schlechter als in anderen oder als im Bundesdurchschnitt - Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel.

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Bund und Länder müssen in Bildungsfragen enger zusammenarbeiten, fordert Schwesig.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte im NDR Info Interview, dass die Studie zeige, dass sich die Qualität der Betreuung in den Kindertagesstätten auch im Nordosten verbessert hat. Der Betreuungsschlüssel sei vor Jahren noch viel größer gewesen. "Die Studie zeigt auch, dass wir einen besonders hohen Anteil an Fachkräften in unseren Kitas haben. Der Schlüssel eins zu sechs ist groß, aber es ist eine staatlich anerkannte Erzieherin und keine Hilfskraft. Und das ist schon wichtig für alle Kinder im Land, dass wir Fachkräfte haben und da sind wir mit 92 Prozent am höchsten."

Betreuungsschlüssel und Qualifikation bilden eine Einheit

Es nütze nichts, wenn man kleine Gruppen hat, dann aber nur eine Hilfskraft die Kinder betreut. Deshalb sei sie froh, dass die neue Familienministerin Katarina Barley verspricht, dass sich der Bund künftig an der Verbesserung der Qualität der Betreuung beteiligt, so Schwesig. "Wer viel Kinderbetreuung anbietet wie wir, wer gleichzeitig das Fachkräfte-Niveau hochhält wie wir, der braucht natürlich auch viel mehr Geld, um die Gruppen kleiner zu machen. Und da sind wir auf die Unterstützung des Bundes angewiesen."

Vorreiter in Deutschland durch neue Erzieher-Ausbildung

Die designierte Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), ist am 30.04.2016 in Neubrandenburg. © dpa-Bildfunk Fotograf: Jens Büttner

Schwesig: Deutliche Verbesserungen in MV-Kitas

NDR Info -

In der jüngste Bertelsmann-Studie schneiden Mecklenburg-Vorpommerns Kitas nicht gut ab. Doch es gibt Fortschritte, sagt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im NDR Info Interview.

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Man wolle, dass die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher attraktiver wird. Es werde erstmals auch Vergütungen geben. Bisher müssten Azubis Schulgeld bezahlen, statt eine Vergütung zu bekommen. Außerdem gebe es künftig einen Strang zur Spezialisierung für Menschen, die im frühkindlichen Bereich arbeiten wollen - mit Kindern bis zum Alter von zehn Jahren. "Die Nachfrage danach ist groß. Wir wollen damit unsere Fachkräfte sichern. Für uns ist es wichtig, dass wir keine Hilfskräfte in der Kindertagesbetreuung haben, sondern Fachkräfte - weil es sich um ein Bildungsangebot handelt", sagte Schwesig. "Bund und Länder müssen in Bildungsfragen enger zusammenarbeiten. Das Kooperationsverbot, also dass sich der Bund in Bildungsfragen nicht einmischen darf, ist falsch."

Kooperationsverbot gehört aufgehoben

Man könne Familien nicht erklären, warum Eltern wegen des Arbeitsplatzes umziehen könnten in ein anderes Bundesland, aber die Kinder nicht nachholen könnten, weil die Bildungssysteme unterschiedlich sind. Es brauche gemeinsame Standards über Ländergrenzen hinweg. Unter Kanzlerin Merkel habe es in den vergangenen Jahren kein Ganztagsschulprogramm gegeben - das gehe an den Bedürfnissen der Familien im Land vorbei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 28.08.2017 | 18:20 Uhr

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