Stand: 02.12.2017 16:10 Uhr

Schiffsmodul für "Aidanova" geht auf die Reise

Das zweite Maschinenraum-Modul der "AIDAnova" geht in Rostock auf Fahrt.

In Warnemünde hat am Sonnabendnachmittag ein Koloss die Neptun Werft verlassen: Das zweite und letzte Maschinenraummodul für das neue Kreuzfahrtschiff "Aidanova" soll mit Hilfe von Schleppern nach vier Tagen die Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg erreichen. Dort steht dann die Endfertigung für den modernsten Kreuzliner der Aida-Flotte an.

Flüssigerdgas soll Emissionen senken

Das Modul ist 120 Meter lang, 42 Meter breit und vier Decks hoch. In dem riesigen Bauteil befinden sich drei sogenannte LNG-Tanks, die mit Flüssigerdgas befüllt sind. Dem Unternehmen zufolge ist diese Technik das Ergebnis einer zehnjährigen Entwicklungsarbeit "Es ist ein konsequenter Weg, unseren ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren", so Aida-Präsident Felix Eichhorn. Die "Aidanova" soll das weltweit erste Kreuzfahrtschiff sein, das im Hafen und auf See mit dieser Technologie betrieben werden kann.

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Schiffsmodul für Aida fertiggestellt

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Das zweite Maschinenraummodul für das neue Kreuzfahrtschiff "Aidanova" ist fertiggestellt und wird mit Hilfe von Schleppern zur Meyer-Werft in Papenburg transportiert. Video (00:42 min)

Neptun Werft mit vollen Auftragsbüchern

Sieben LNG-Kreuzfahrtschiffe stehen im Auftragsbuch der Meyer Werft. Die Decks für die Schiffsmaschinen und Erdgastanks sollen auch in Zukunft in Warnemünde gebaut werden. Damit seien die Auftragsbücher weit über das Jahr 2020 hinaus gefüllt, so der Geschäftsführer der Neptun Werft Raimon Strunck: "Für unsere 540 Mitarbeiter bedeutet das natürlich Vollbeschäftigung für die nächsten Jahre". Die vier Schiffsmaschinen für die Decks kommen von Caterpillar, einem Firmennachbarn in Warnemünde. Dort montieren 120 Mitarbeiter die Maschinen.

Pegel: Tankstellen noch nicht nötig

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Drei LNG-Tanks sind in einem Modul verbaut. Eines der riesigen Bauteile ging Ende September auf die Reise, nun folgte das zweite Maschinenraummodul.

Ein mit dem Flüssig-Erdgas LNG angetriebenes Schiff könnte bis zu zwei Wochen auf See unterwegs sein, bevor es betankt werden muss. Derzeit müssen dafür noch Fahrzeuge an die Schiffe heranfahren. "Es macht noch keinen Sinn, richtige Tankstellen zu bauen", sagt Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Die Abnahme sei dafür noch zu gering. Man werde in Deutschland aber bald einen größeren Empfangshafen brauchen, um von dort aus die Flüssigerdgas-Importe zu verteilen.

NABU: LNG als Übergangstechnologie

Derzeit sind in der Schifffahrt 80 bis 85 Prozent des Treibstoffs hoch schwefelhaltig. Mit dem Flüssig-Erdgas LNG könnten die Emissionen Schätzungen zufolge um bis zu 90 Prozent sinken. Nach Ansicht des Deutschen Naturschutzbundes könne der Umstieg auf fossiles Gas beim Schiffsantrieb aber nur nur eine Übergangstechnologie sein. Die "Aidanova" soll in einem Jahr bei ihrer ersten Kreuzfahrt von Hamburg aus Kurs auf die Kanarischen Inseln nehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.12.2017 | 17:10 Uhr

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