Stand: 16.02.2016 16:37 Uhr

Schafs-Attacken: GPS-Halsband überführt Wolf

In Mecklenburg-Vorpommern sind erstmals Daten eines an einem Wolf angebrachten GPS-Senders ausgewertet worden. Die Aufzeichnungen haben nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wichtige Daten zu den Lebensräumen und dem Verhalten der einheimischen Wölfe in der Lübtheener Heide (Kreis Ludwigslust-Parchim) geliefert.

Das Wolfs-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Weitläufige Streifzüge

Im Oktober war es erstmals im Nordosten gelungen, einem Jungtier ein Halsband mit einem Sender anzulegen. Seitdem versorgt Wolf "Arno" die Experten des Telemetrieprojektes beständig mit Daten. Diese belegen, dass "Arnos" Rudel wie vermutet in der Lübtheener Heide lebt. Zwischen Oktober 2015 und Januar 2016 bewegte sich die Gruppe in einem Aktionsraum von 350 Quadratkilometern.

Wolfsforscher Norman Stier.

Unterwegs mit dem Wolfsforscher

Nordmagazin -

Norman Stier hat im Herbst einem jungen Wolf ein GPS-Senderhalsband umgelegt. Seitdem bekommt er fast täglich Koordinaten gesendet - und wertet sie aus.

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Überführt: "Arno" mutmaßlich an drei Attacken beteiligt

Seit Januar scheint das Rudel nachts regelmäßige Jagdausflüge in nordöstliche Richtung bis ins 20 Kilometer entfernte Forstamt Jasnitz zu unternehmen. Die Daten bestätigten auch beobachtete Ausflüge in den Großraum Picher, hieß es aus dem Ministerium. Auch an den drei Übergriffen auf Schafe in der Region war der junge Rüde demnach beteiligt.

Zwei weitere Wölfe sollen besendert werden

"Mit den Erkenntnissen kann das Wolfsmanagement im Land unterstützt und die Diskussion rund um den Wolf weiter versachlicht werden", sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Wölfe mit Peilsendern ausgestattet werden. In Mecklenburg-Vorpommern leben zwei Wolfsrudel: eins im Westen in der Lübtheener Heide, eins im Osten in der Ueckermünder Heide. Allein in der Lübtheener Heide wurden 2015 sechs Welpen geboren, im Vorjahr waren es fünf. Seit 2007 sind in Mecklenburg-Vorpommern 35 Wolfsübergriffe auf Nutztiere registriert worden. Dabei wurden 171 Tiere getötet und 55 verletzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.01.2016 | 16:00 Uhr