Stand: 10.02.2017 11:48 Uhr

Sauna-Kameras: Gegen den Mann wird ermittelt

Der 40-jährige Rostocker, dem vorgeworfen wird in einer Warnemünder Hotelsauna Filmaufnahmen von Gästen gemacht zu haben, ist wieder auf freiem Fuß. Der Beschuldigte hatte zugegeben, heimlich mindestens drei Kameras installiert zu haben. Wie die Rostocker Staatsanwaltschaft mitteilte, hat der Beschuldigte die Nutzung von insgesamt drei Kameras in den Saunen gestanden.

Der Mann sei nicht vorbestraft und es gebe aktuell keinen "verhältnismäßigen Grund" ihn in Haft zu nehmen, sagte der Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft Harald Nowack auf Anfrage von NDR 1 Radio MV. Der Mann habe sich kooperativ gezeigt und den ermittelnden Beamten freiwillig Zugang zu seiner Wohnung gewährt. Dort seien unter anderem Speichermedien sichergestellt worden, die nun gesichtet werden, so Nowack. Nach Aussage des Beschuldigten habe der Mann die Aufnahmen nicht veröffentlicht.

Vorgang möglicherweise nicht strafbar

Der Mann stehe im Verdacht, durch die Aufnahmen den höchstpersönlichen Lebensbereich der gefilmten Saunabesucher verletzt zu haben, hieß es am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft. Laut Staatsanwaltschaft werde aktuell geprüft, ob die Handlungen des Mannes, der als Stammgast der Sauna galt, tatsächlich strafbar sind. Laut einem Urteil des Oberlandesgerichtes Koblenz aus dem Jahr 2009, erfüllen Aufnahmen, selbst wenn sie ohne Einverständnis gemacht sind, nicht zwingend den Tatbestand der so genannten "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs". Allgemein kann das Strafmaß bei einem solchen Tatbestand von einer Geldstrafe bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug reichen. Auf die Spur des Beschuldigten war die Polizei durch die Hinweise von Gästen und Saunamitarbeitern gekommen.

Hinweise durch Mitarbeiter der Sauna

Zwei Besucherinnen der Hotelsauna hatten wenige Tage zuvor eine versteckte Kamera entdeckt und über einen Rechtsanwalt Strafanzeige gestellt. Bei Ermittlungen der Polizei am späten Donnerstagnachmittag wurden zwei weitere Kameras sichergestellt. Es werde weiter ermittelt, so die Staatsanwaltschaft in Rostock.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.02.2017 | 12:00 Uhr

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