Stand: 06.03.2014 11:26 Uhr

Rostock holt Wasserversorgung zurück

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Die Wasserversorgung für die Hansestadt Rostock wird 2018 rekommunalisiert.

Nach über 20 Jahren soll die Wasserversorgung für Rostock und 29 weitere Umlandgemeinden wieder in die Verantwortung der Hansestadt übergehen. Die Rostocker Bürgerschaft beschloss, die Zusammenarbeit mit Eurawasser Nord mit dem Auslaufen der Verträge zum Jahr 2018 zu beenden. Der Entschluss dazu war bereits im Dezember 2013 gefallen. Ab 2018 soll wieder ein kommunales Unternehmen für die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung zuständig sein. Die Begründung für die Kündigung war, dass die Gewinnbeteiligung zu niedrig ausfalle; der Betrieb in kommunaler Hand sei wirtschaftlicher.

Hoffen auf sinkende Wasserpreise

Dies ist das Ende des sogenannten Rostocker Modells, mit dem 1993 deutschlandweit erstmals eine Öffentlich-Private Partnerschaft (PPP, englisch für public-private partnership) in der Wasserversorgung eingerichtet wurde. 1993 legte Rostock die Wasserver- und Abwasserentsorgung für die Hansestadt in die Hände des französischen Konzerns Suez Environment und Thyssen-Krupp. Thyssen-Krupp verkaufte seine Anteile in Höhe von 50 Prozent im Jahre 2002 an Suez, mit dem Jahreswechsel 2011/12 zogen sich auch die Franzosen zurück und verkauften das Unternehmen an Remondis. Das war der Grund, die Verträge noch einmal zu prüfen.

Wirtschaftsprüfer und Anwälte sprachen danach die Empfehlung aus, die Wasserversorgung wieder zu rekommunalisieren. Denn Preise, rund zwei Euro pro Kubikmeter, die die Rostocker und die Bürger der 29 Umlandgemeinden für ihr Wasser bezahlen müssen, sind im bundesweiten Vergleich sehr hoch.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.03.2014 | 12:00 Uhr